Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Baugrundstücke fehlen Delmenhorst leidet unter eklatantem Bauland-Mangel

Von Michael Korn | 25.12.2016, 15:11 Uhr

Die Stadt Delmenhorst kann bauwilligen Familien 2017 vorerst keine Grundstücke in einem Neubaugebiet anbieten. Inzwischen stehen 400 Kaufinteressenten auf einer Warteliste – eine anhaltende Abwanderung in Nachbargemeinden droht.

Delmenhorst droht eine anhaltende Abwanderung von Familien in Nachbargemeinden: Die Stadt leidet mehr denn je unter einem anhaltenden, eklatanten Mangel an Bauland. Obwohl es erklärter Wille nahezu aller politischen Kräfte im Rat und ein Hauptanliegen von Oberbürgermeister Axel Jahnz ist, kann das Rathaus bauwilligen Familien auch 2017 vorerst keine Grundstücke in einem Neubaugebiet anbieten. Wie die Verwaltung und die Wirtschaftsförderung auf dk-Nachfrage einräumten, gibt es eine Warteliste mit 400 Kaufinteressenten. In der Nachbargemeinde Ganderkesee sieht das Bauland-Angebot wie schon seit Jahren deutlich besser aus.

Angeblich noch „wenige Restflächen“

Die Stadt spricht zwar von „wenigen Restflächen“, über die mit möglichen Käufern verhandelt werde. Um wieviele Grundstücke es sich dabei handelt und wo diese liegen, teilte die Stadt indes nicht mit. Offiziell werden Bauwillige auf das seit Jahren geplante, politisch umstrittene Neubaugebiet Langenwisch verwiesen : „Im Stadtteil Stickgras, nordwestlich der Langenwischstraße zwischen Tannenbergstraße und An der Schaftrift, soll ein neues Baugebiet entstehen. Dort kann auch die Stadt Delmenhorst Wohnbaugrundstücke anbieten. Der Bebauungsplan Nr. 317 befindet sich derzeit im Aufstellungsverfahren. Daher können aktuell noch keine Aussagen zum Baubeginn getroffen werden“ heißt es auf der Internetseite der Wirtschaftsförderung. Man gehe zwar von einem Baurecht noch im nächsten Jahr aus, heißt es. Doch ob sich die Politik überhaupt über die ökologischen, verkehrlichen und vor allem gebäudetechnischen Rahmenbedingungen wird einigen, können, ist nicht absehbar. Weitere Potenzialflächen beispielsweise am Hermann-Allmers-Weg im Stadtnorden oder an der Feldstraße im Stadtosten fanden im Rat wegen einer Planung „im Außenbereich“ keine Mehrheit. Ein weiteres mögliches Baugebiet im Bereich „Piekmoor“, ebenfalls im Stadtosten, steckt seit Jahren wegen einer offenbar ungelösten Entwässerungsproblematik in der Warteschleife. Zumindest wurden in anderen Gebieten Baulandplanungen angeschoben – so am Bremer Postweg und am Großen Tannenweg.

Ganderkesee bietet an

In der Gemeinde Ganderkesee dagegen gibt es für bauwillige Familien eine Reihe von Möglichkeiten. Aktuell entstehen beispielsweise auf der Köhlerwiese an der Bergedorfer Straße in Ganderkesee Ein- und Mehrfamilienhäuser. Vor allem für ältere Personen sind die 30 bis 40 geplanten Wohnungen im Baugebiet an der Adelheider Straße im Hauptort gedacht. Darüber hinaus gibt es laut Gemeindeentwicklungsleiter Peter Meyer „geschätzte 20 bis 30 Grundstücke“ am Falterweg in Rethorn. Weitere Baugebiete ab 2017: „Bargup“ in Bookholzberg sowie Brüninger Weg und westlich Ramsauer Weg in Ganderkesee.