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Bauland in Delmenhorst Ausschuss bringt Baugebiet in Heidkrug auf den Weg

Von Frederik Grabbe | 14.06.2017, 15:56 Uhr

Wohnen im Grünen und nahe am Wasser: Baulandpläne der Stadt in Heidkrug sind im jüngsten Planungsausschuss auf ein positives Echo gestoßen. Mehr Einwohner in dem Bereich sollen mittelfristig auch den Stadtteil beleben. Für Irritationen sorgte ein Antrag der SPD.

Der Planungsausschuss des Stadtrates hat am Dienstag einstimmig Pläne der Verwaltung abgenickt, wonach die Stadt in Heidkrug unterhalb der Gastronomie Schierenbeck ein Wohnbaugebiet entwickeln soll. Die Entwürfe erstrecken sich entlang der Bremer Straße im Norden über Teile der Hindenburgstraße und Langenwischstraße bis hin zur Heidkruger Bäke im Osten. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss.

Wohnen im Grünen und am Wasser

Laut Fachdienstleiter Ulrich Ihm seien im Februar mehrere Grundstückseigentümer sind an die Stadt herangetreten, um die Liegenschaften weiterzuentwickeln, schilderte der Stadtplaner vor dem Gremium. Ein Großteil der betreffenden Fläche ist derzeit ein Acker, zudem bestehen bereits Mischgebiete, die einen Schaustellerbetrieb, eine Autowerkstatt, das Centrum Heidkrug und die Gastronomie Schierenbeck umfassen. Auch umfangreiche Grünflächen sind in den Planungen erhalten: So soll entlang der Bäke auf einer Länge von rund 350 Metern ein 20 Meter breiter Grünstreifen angelegt werden und im Süden in Höhe der Straße Iprumper Moor in ein kleines, bestehendes Waldstück münden. Im mittleren Bereich soll entlang der Langenwischstraße die Wallhecke bestehen bleiben.

Stadt erhofft sich Belebung für Heidkrug

Die Stadt will das Gebiet in zwei Entwicklungsbereichen entwickeln. Durch die Wohnbebauung erhofft sich die Verwaltung auch eine Belebung des Centrum Heidkrug als Nahversorgungszentrum. Denn: In dieser Hinsicht „darbt der Stadtteil“, unterstrich Ihm. Das sah auch der Ausschussvorsitzende Heinrich-Karl Albers (CDU) so. „Heidkrug geht bergab. Wir müssen was tun.“ Ihm bekräftigte zum wiederholten Male, dass die Stadt Neubauflächen brauche. „Wir haben seit fünf Jahren kein Wohngebiet mehr fertiggestellt. Lassen sie uns diese Chance wahrnehmen“, appellierte er. Wohnen im Grünen und nahe am Wasser: Die Stadt plant ein Baugebiet in Heidkrug nahe der Heidkruger Bäke. Planung Stadt Delmenhorst/ Kartendaten: GeoBasis-DE/BKG (2009), Google/ Grafik: Jan Eric Fiedler

(Weiterlesen: Delmenhorst leidet unter eklatantem Baulandmangel)

SPD-Antrag sorgt für Irritationen

Die Planung der Verwaltung stieß im Gremium durchweg auf ein positives Echo – zumal Grundstückseigentümer eine Zusammenarbeit angeboten hatten. Für Irritationen hingegen sorgte ein Antrag der SPD-Fraktion: „Wir haben schon so viele Dinge angestoßen, die immer noch nicht abgearbeitet sind“, sagte Detlef Roß und nannte Beschlüsse zum Delmod-Gelände oder dem Wollepark als Beispiele. Darum solle der Ausschuss die Verwaltung anweisen, die getroffenen Beschlüsse Schritt für Schritt abzuarbeiten. „Eine solche Vorgehensweise hätte erhebliche Folgen für uns“, entgegnete Ihm, dessen Sachbearbeiter parallel derzeit 20 bis 30 Projekte bearbeiteten. „Jedes Projekt unterliegt einer eigenen Produktionswelle. Vor dem Kauf des Wolleparks 1-5 haben wir 15 Jahre lang erfolglos mit einem Hedgefonds verhandelt“, führte der Fachdienstleiter beispielhaft an. Die Bedenken Roß‘ teilte der Ausschuss mehrheitlich nicht, der Antrag wurde mit sechs zu sieben Stimmen abgelehnt.

(Weiterlesen: Zahlen, Daten Fakten – Dünne Luft auf Delmenhorster Baulandmarkt)