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Bauland-Streit in Delmenhorst: Zähes Ringen um Delmenhorster Baugebiet in Stickgras

Von Michael Korn | 19.01.2016, 22:59 Uhr

Nach kontroverser Debatte mit Sitzungsunterbrechung, CDU-Rückzieher und Ratsherr-Abgang ist das umstrittene Neubaugebiet Langenwisch in Delmenhorst ein Stück näher gerückt: Die Planungspolitiker des Rates beschlossen am Dienstag, 19. Januar 2016, den nächsten Schritt im Bebauungsplanverfahren.

Nach zäher, vom nahenden Wahlkampf geprägter Kontroverse haben die Planungspolitiker des Delmenhorster Stadtrates am Dienstag, 19. Januar 2016, das umstrittene Neubaugebiet Langenwisch in Stickgras einen weiteren Schritt vorangebracht. Danach wird jetzt ein Bebauungsplan entworfen auf Grundlage eines städtebaulichen Konzepts, das der Politik hinsichtlich der Gebäudegrößen- und höhen sowie der Berücksichtigung der Natur zur weiteren Anpassung wieder vorgelegt werden soll. Die CDU zog einen Antrag auf Vertagung wegen zu großer Bedenken in diesen Fragen nach einer Sitzungsunterbrechung zurück. Fachbereichschef Fritz Brünjes bekräftigte, das ein Aufschub erhebliche zeitliche Verzögerungen des Bebauungsplanverfahrens bedeuten würde. Er versicherte, dass das städtebauliche Konzept trotz des Beschlusses am Dienstag auch weiter angepasst werden kann. In mehreren Wortbeiträgen hatten Anwohner aus dem Bereich eine maßvolle Planung gefordert, die vor allem eine weitestgehende Beschränkung der geplanten Mehrfamilienhäuser sowie einen größtmöglichen Erhalt von Baumbestand und Biotopflächen gewährleisten müsse. Fast alle Fraktionen schlossen sich diesen Bürgerwünschen an und stellten sich damit demonstrativ auf die Seite der betroffenen Anwohner. Die Union hatte diese Forderungen sogar in ihrem Aufschub-Antrag als Begründung angeführt, ließ sich dann aber offenkundig von Brünjes mit dem zeitlichen Hinweis überzeugen. Zuvor hatte FDP-Ratsherr Axel Konrad bereits die Sitzung verlassen mit der Begründung, die Debatte erinnere ihn zu sehr an reine Wahlkampftaktik.