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Baupläne am Neuenbrücker Weg Delmenhorster Nabu mahnt Umweltprüfung für Baugebiet an

Von Sonia Voigt | 07.08.2017, 21:45 Uhr

Damit die Wohnbaupläne im Nordosten der Stadt schnell umgesetzt werden können, will die Bauverwaltung auf eine Umweltprüfung und Ausgleichsflächen verzichten. Die Rechtsgrundlage dafür nennen die Naturschützer „heftig umstritten“.

Scharfe Kritik übt die Delmenhorster Ortsgruppe des Naturschutzbunds (Nabu) am Vorgehen der Bauverwaltung bei der Vorbereitung eines Neubaugebietes am Neuenbrücker Weg/ Großen Tannenweg. Dort, am nordöstlichen Stadtrand, will die Stadt angrenzend an eine bestehende Reihenhaussiedlung zusätzliche Wohnbauflächen schaffen und wendet dafür erstmals ein neues, beschleunigtes Verfahren an. „Obwohl es sich um einen Außenbereich handelt, soll es weder eine Umweltprüfung noch Ausgleichsflächen für die Versiegelung der freien Flächen geben“, rügt Dr. Yvonne Ingenbleek, Nabu-Referentin für nachhaltige Siedlungsentwicklung, das Vorgehen.

Naturschützer nennen Rechtsgrundlage umstritten

Die Rechtsgrundlage dafür sei „heftig umstritten“ und stehe „im fundamentalen Widerspruch“ zu Umweltaspekten wie dem Schutz des Außenbereichs, dem sparsamen Umgang mit Flächen und dem Natur- und Bodenschutz. Sie verstößt aus Nabu-Sicht „gegen den von der europäischen Gesetzgebung und Rechtsprechung vorgegebenen Rahmen“. Daher fordern die Naturschützer die Bauverwaltung auf, zum regulären Verfahren zurückzukehren und die sich entwickelnde Rechtsprechung abzuwarten, statt diese Regelung so kurz nach ihrem Inkrafttreten anzuwenden. So werde „einer durch extrem niedrige Bauzinsen ohnehin schon überhitzten Immobilienwirtschaft einfache Flächenverfügbarkeit zum ökologischen Nulltarif angeboten“.

Nabu befürchtet negative Auswirkungen auf Landschaftsschutzgebiet

Die Naturschützer nennen die Fläche am Neuenbrücker Weg ein „ökologisch sensibles Umfeld“, wo Bestandserhebungen nötig seien, um Planungsfehler zu vermeiden. Denn Ingenbleek sieht im Gegensatz zur Bauverwaltung „durchaus die Gefahr, dass sich das Vorhaben negativ auf das angrenzende Landschaftsschutzgebiet ,Bywisch – Hullen – Schohasbergen’ auswirkt“. Sollte die Bebauung beschlossen werden, fordert der Nabu Ausgleichsmaßnahmen in der Nähe, etwa auf der als Abstand zur Hochspannungsleitung freizuhaltenden Fläche.Der Nabu kritisiert die Stadtverwaltung für ihr Vorgehen beim geplanten Neubaugebiet am Neuenbrücker Weg. Grafik: Stadt Delmenhorst