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Delmenhorster Planung in der Diskussion Bebauung an der Delmodstraße ist ein Reizthema

Von Niklas Golitschek | 07.09.2019, 15:18 Uhr

Da treffen verschiedenste Interessen aufeinander: Am derzeitigen Bebauungsplan "südlich Delmodstraße" stören sich derzeit einige Nachbarn in Deichhorst. Bei der Bürgersprechstunde des CDU-Stadtbezirksverbands gaben sie Fachbereichsleiter einige Anregungen mit auf den Weg.

Fritz Brünjes hatte wahrlich keine einfache Aufgabe am Donnerstagabend. Bei der Bürgersprechstunde des CDU-Stadtbezirksverbands Deichhorst-Mitte im Restaurant „Namaste India“ versuchte der Leiter des Fachdiensts Planen, Bauen, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr, den Bebauungsplan Südlich Delmodstraße zu erklären.

Schnell wurde dabei deutlich, dass ein Reizthema für die betroffenen Nachbarn des Geländes war. Mehrfach musste André Tiefuhr, der den erkrankten Stadtbezirksverbands-Vorsitzenden Heinrich-Karl Albers vertrat, die knapp 40 Gäste ermahnen: Sie sollten sich erst Brünjes Vortrag anhören und sich mit dem Kommentieren gedulden.

Vier Schwerpunkte

Im Fokus standen dabei vier Punkte: Die Geschossigkeit der geplanten Neubauten, die Parkplätze, die Infrastruktur und die Beschattung. Einig schienen sich die Beteiligten nur zu sein, dass das Gelände ein Schmuckstück sei. „Wir haben die einmalige Chance, etwas Außergewöhnliches zu machen“, sagte etwa Martin Kortz mit Blick auf Architektur und Umweltschutz. Durch die Nähe zu Innenstadt, Autobahn und Krankenhaus sei das Wohngebiet attraktiv für verschiedene Altersgruppen, betonte auch Fachbereichsleiter Brünjes.

Doch dass bald neue 400 Nachbarn das Gebiet bevölkern könnten, das wirkte auf einige Gäste angesichts der aktuellen Planung doch befremdlich. Dass etwa nur ein Parkplatz pro Wohnung vorgesehen ist könnte die Parkplatzsuche in der Gegend noch weiter verschärfen, so die Sorge. Zumal auch auf den Straßen zu Stoßzeiten kaum ein Vorankommen mehr sei und viele Fahrer schon durch die Seitenstraßen ausweichen würden – und die Delmodstraße womöglich zur Fahrradstraße umfunktioniert werden soll.

Was passt ins Stadtbild?

Ebenso störten sich die Besucher an dem Vorhaben, viergeschossige Häuser mit Staffelaufbau sowie einer Maximalhöhe von 15 Metern an der Delmodstraße auf Höhe der Händelstraße zuzulassen. Östlich davon sollen dreigeschossige Bauten zulässig sein „Alles andere als zwei Geschosse und Aufbau passt nicht in unsere Gegend“, betonte Kortz. Brünjes konnte da nur entgegnen, dass der zuständige Planer das auch mit Blick auf das angrenzende Hochhaus – während der Sprechstunde vielfach als „Schandfleck“ tituliert – so befunden habe. Ebenso wie mit der Infrastruktur werde sich die Verwaltung auch noch einmal mit diesem Thema befassen. Bezüglich der geplanten Ein- und Zweifamilienhäuser gab es keinen Diskussionsbedarf.

Ein Plan fürs Grobe

So konkret, wie einige Gäste das Vorhaben schon ausgearbeitet hätten, war der Bebaungsplan dann eben auch nicht. Der sei für die „Festsetzung der Grundlagen für eine Baugenehmigung“ da, führte Brünjes aus. Mit dem Verkauf der Grundflächen könne die Stadt dann weitere Bedingungen etwa zur Architektur der Gebäude verbinden. Würden die Änderungsvorschläge seiner Behörde zu stark vom Original abweichen, müssten die Pläne auch noch einmal neu für eine Bürgerbeteiligung ausgelegt werden, versicherte er. Einen Punkt will er auf jeden Fall noch anpassen: Die im städtebaulichen Konzept eingezeichneten Bäume waren im Bebauungsplan nicht mehr als Grünstreifen ausgewiesen, wie einer aufmerksamen Teilnehmerin auffiel.