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Befragung im Quartier Umfrage zeigt unterschiedliches Nachbarschaftsbild im Wollepark

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 29.09.2016, 11:37 Uhr

Schlechtes Verhalten der Nachbarn ist für viele Menschen im Wollepark ein Grund zur Unzufriedenheit. Das ergab eine Bewohnerbefragung des Nachbarschaftsbüros in dem Quartier.

Müllverhalten, Lärm, Gewalt, Drogen und Alkohol, aber auch das Verhalten von Hunden: Die befragten Bewohner des Sanierungsgebietes Wollepark gaben viele Gründe für die Missstände in der Nachbarschaft an. Eine Vielzahl der vom Nachbarschaftsbüro Befragten stören sich daran. Dennoch weist Quartiermanagerin Wiebke Machel darauf hin: „Viele Nachbarschaften funktionieren gut.“ Und in vielen Abschnitten sei eine Verbesserung abzusehen oder schon erkennbar. Auf die Frage „Was gefällt Ihnen in Ihrem Wohnumfeld gut“, gaben nannten 48 Befragte ihre Nachbarschaft. Vielen gefällt die Lage in der Umgebung.

„Die Zufriedenheit steigt“

110 Interviews haben Machel und ihre Kolleginnen in diesem Sommer geführt. Das Ergebnis stellt die Meinung von 15 Prozent der Quartiersbevölkerung dar und ist damit repräsentativ. Einige der Bewohner konnten sich mit den Befragenden nicht verständigen, andere hatten keine Zeit oder wollten nicht teilnehmen.

Die Mitarbeiter vom Nachbarschaftsbüro gingen direkt durch den Wollepark und befragten die Menschen an ihrer Haustür. „Die Zufriedenheit steigt“, sagt Kira Dartsch von der Einrichtung, die sich als Kontaktstelle für Bürger mit unterschiedlichen Anliegen sieht. „Die Bewohner nehmen auf: Hier passiert etwas. Und haben Hoffnung, dass es sich verbessert“, meint Machel.

Langfristige Verbesserung als Ziel

An vielen Dingen arbeite das Nachbarschaftsbüro stetig weiter. „Müll ist ein Dauerthema“, sagt Machel. In vielen Abschnitten gebe es aber bereits vernünftige Müllkonzepte. Auch der Kontakt mit Institutionen wie Stadt und Polizei würde zu Verbesserungen im Quartier führen. So fahre die Polizei häufiger Streife auf Anregung der Menschen. „Wir sind engmaschig vernetzt und führen konstruktive Gespräche“, erzählt Machel. Auf viele Dinge habe das Quartiersmanagement aber keinen Einfluss. Die Ergebnisse sollen jedoch zur langfristigen Verbesserungen im Quartier führen.

Dafür konnten Menschen auch konkrete Wünsche zur Verbesserung des Wohnumfelds äußern. Öffentliche Grillplätze, Gemeinschafträume, Aufenthaltsflächen für Jugendliche oder mehr Mülltonnen wurden dabei angeregt. Unterstützung bei Wohnungs- und Jobsuche, bei Mietverhältnissen und Umzügen wurde ebenfalls angeregt.

Ein Quartier im Wandel

Mit der Befragung wollen Wiebke Machel und ihre Mitarbeiterinnen auch abfragen, wie ihre eigenen Leistungen wahrgenommen und eingeschätzt werden. Die meisten gaben zwar an, das Nachbarschaftsbüro und viele seiner Angebote zu kennen, dennoch reagierte die Einrichtung auf die Rückmeldungen schon im August damit, dass sein Programm abwechslungsreicher gestaltete und in jedem Briefkasten des Quartiers publik machte.

Das Quartier ist laut dem Büro im Wandel. Gerade in den letzten zwei Jahren seien viele neue Bewohner dazu gekommen. „Neue Bewohner bedeuten neue Bedürfnisse, denen müssen wir uns anpassen“, erklärt Machel.