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„Begeistert von Entwicklung“ Delegation aus Eberswalde besucht Delmenhorst

Von Merlin Hinkelmann | 12.05.2017, 16:27 Uhr

Zwei Tage lang war eine Delegation aus der Partnerstadt Eberswalde zu Gast in Der Tenor der Besucher war einhellig: „Hier tut sich was.“

Mehr als 400 Kilometer liegen zwischen Delmenhorst und der Stadt Eberswalde im Nordosten Brandenburgs. Und doch sind sich die beiden Orte ganz nah. Das wurde jetzt einmal mehr deutlich: Zwei Tage lang ist eine Delegation aus der Partnerstadt nach Delmenhorst gekommen – mit dem Ziel, städtebauliche Anregungen zu sammeln. Nach Worten von Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski war der Besuch „überaus interessant und lehrreich.“

Höhepunkt war Besuch im Neuen Deichhorst

Gemeinsam mit Oberbürgermeister Axel Jahnz besuchte die Delegation am ersten Tag den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, machte eine Hafenrundfahrt und steuerte den Marinehafen an. Nächste Station war das Delmenhorster Rathaus, in dem sich die Eberswalder ein genaueres Bild davon machten, wie historische Bausubstanz in einem modernen Verwaltungsbetrieb genutzt wird. Höhepunkt war laut Bürgermeister Boginski aber der Rundgang durch das Neue Deichhorst. Auf dem Gelände der ehemaligen Caspari-Kaserne, also dort, wo einst 56 graue Blöcke standen, verschaffte sich die Gruppe einen Eindruck davon, wie innerhalb kurzer Zeit ein völlig neuer Stadtteil aus dem Boden gestampft wurde – samt Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Kulturangeboten und Gewerbe.

Bürgermeister ist „beeindruckt“ von Infrastruktur

„So etwas habe ich in der Form noch nie gesehen“, betonte Boginski. „Zu sehen, wie sich die gesamte Infrastruktur hier entwickelt hat, ist sehr beeindruckend.“ Ganz nebenbei sei das ein „gutes Vorbild“ für Eberswalde. „Auch wir haben etliche Militärbrachen.“ Lobende Worte fand er außerdem für das unternehmerische Engagement im Stadtteil. Die Divarena, die Eltern-Kind-Gruppen oder auch die Villa Rosengarten stünden stellvertretend für „eine beispielhafte Entwicklung“. Oberbürgmeister Axel Jahnz zeigte sich nicht minder erfreut über den gemeinsamen Besuch im Neuen Deichhorst: „Es war eine tolle Erfahrung, den Eberswaldern zu zeigen, was man hier alles in Bewegung setzt, um das Gelände wieder in die zivile Welt zu holen.“

Viele Freundschaften entstanden

Vor allem die Tatsache, dass Delmenhorst und Eberswalde „strukturell sehr ähnliche Städte“ sind, hob Boginski hervor. Beide Städte seien einst bedeutende Industriestandorte gewesen – und beide hätten einen „starken Strukturwandel“ hinter sich. „Es ist schön, zu sehen, dass wir mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Wir können viel voneinander lernen.“ Die Partnerschaft zwischen Delmenhorst und Eberswalde besteht inzwischen seit 1990 und war am Anfang durch einen regen Austausch auf Verwaltungsebene geprägt. Im Zuge der Wende wollten beide Städte die gegenseitigen Vorurteile abbauen. „Und das geht am besten durch persönliches Kennenlernen“, verdeutlichte Birgitt Hellenbach, seit vier Jahren Vorsitzende des Partnerschaftskreises in Eberswalde. Der Gedanke von damals ist bis heute geblieben. „In den mehr als 26 Jahren sind viele Freundschaften entstanden,“ so die Vorsitzende.