Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Viel Auswahl für sympathisches Publikum Begeisterte Aussteller beim Kunsthandwerkermarkt in Hude

Von Niklas Golitschek | 12.08.2019, 09:33 Uhr

Große Auswahl, gute Unterhaltung, malerische Kulisse – bei bestem Wetter füllte sich das Huder Klostergelände am Sonntag rasch zum Musik- und Kunsthandwerkermarkt. Unter den Ausstellern waren auch echte Exoten zu finden.

Für Thomas Dahms war sein erster Besuch in Hude ein ganz besonderer. „Ich bin schwer in Schwingungen hier“, schwärmte er. Als Historiker hatte die Kulisse der Klosterruine für ihn beim Musik- und Kunsthandwerkermarkt der Touristik-Palette Hude als Teil des Gartenkultur-Musikfestivals des Kommunalverbands Niedersachsen am Sonntag einen umso größeren Reiz. Musikalisch begleitete wurde die Veranstaltung von "lounge.live".

Mehr als Schmuck

Gleichzeitig zeigte Dahms, dass Kunsthandwerk mehr als nur Schmuck ist. Er zeichnet Geschichtscomics und hat dabei auch schon Bremen und das Ostfriesland berücksichtigt. Grundlage seiner Werke sei immer die Geschichtschronologie, durch die Ereignisse ergebe sich dann ein Raster. Dabei hat der Künstler offenbar seine Nische entdeckt: „Ich muss nicht über Interpretationen diskutieren, weil ich die Herkunft erkläre“, führt er aus und schlägt einen seiner Comics über Martin Luther auf: Auf einer Doppelseite hat Dahms alle 95 Thesen aufgelistet. Es sind eben diese, die er oft mit einem Augenzwinkern versehen aufzeigen möchte.

Doch auch abseits der Kulisse sprach er in höchsten Tönen vom Kunsthandwerkermarkt. „Das Publikum ist ausgesprochen sympathisch, entspannt und neugierig“, sagte Dahms. Ähnlich drückte es auch Handzeichnerin Katja Priebe aus. Zu ergänzen hatte sie noch „wertschätzend und kaufbereit“. Für die Verdenerin war dieser Kunsthandwerkermarkt auch gleichzeitig ein Jubiläum: Vor zwei Jahren stellte die gelernte Technikerin für Raumgestaltung und Innenausbau hier erstmals ihre eigenen Zeichnungen aus. Sehnsuchtsbilder und Querschnitt durch wilde Wohnwelten nennt sie ihre Werke. „Ich bin fasziniert davon, was Menschen für einen schönen Ort halten“, erklärte sie ihre Ambition. Ihre 25-jährige Erfahrung als Perspektivenzeichnerin für Innenarchitekten in der Gastronomieplanung kommt Priebe dabei zweifelsohne zugute.

Die Vielfalt machts

Eben diese Vielfalt ist Organisatorin Dietlinde Zacher beim Kunsthandwerkermarkt wichtig. „Jedes Jahr sind ein Drittel bis die Hälfte der Aussteller neu hier. Sonst wird es langweilig für die Besucher“, sagte sie. Ob das nun Glasbläser, Upcycler, Zeichner und Schmuckdesigner seien, sei nachrangig. „Nicht alles ist mein Favorit, aber es soll nicht einseitig sein. Es geht darum, was die Besucher gut finden“, sagte sie weiter. Besonders wichtig ist ihr dabei ein Kriterium: „Alles ist handgemacht und keine Händlerware.“ Auch in ihrem sechsten Anlauf war es ihr offensichtlich gelungen, eine gute Mischung auszuwählen. Dafür holte sie Künstler bis aus dem Wendland und Köln. Schon zu Beginn füllte sich auch dank des guten Wetters das Klostergelände rasch mit Kunstinteressierten.

Bei diesem Ambiente hat Comiczeichner Thomas Dahms gleich neue Inspiration für einen weiteren Comic erhalten. Im Gespräch mit Klause Rademacher, dem Vorsitzenden des Klostervereins, habe er schon einige Anregungen erhalten, erzählte der Historiker. „Die Bedeutung der Klosteranlage reicht seit mehr als 300 Jahren in die Region hinein“, betonte er. Das sei durchaus anregend.