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Begeistertes Publikum Knör erweckt in Delmenhorst Tote zum Leben

Von Marie Busse | 19.01.2018, 20:29 Uhr

Bruce Darnell trifft in der Divarena auf Dieter Bohlen, Helmut Schmidt sinniert mit seiner Loki im Jenseits über E-Zigaretten, Tom Jones singt „Sex Bomb“ wie eh und je und Inge Meysel nimmt auf der berüchtigten Besetzungscouch Platz. Jörg Knör macht’s möglich.

Täuschend echt imitiert er die Größen des Showgeschäfts. Bereits zum elften Mal nimmt sich der Stimmen-Imitator im Programm „Das war’s mit Stars“ die Kapriolen des vergangenen Jahres vor. Bewaffnet mit zahlreichen Requisiten und Kostümen, aber auch Saxofon, Stift und Leinwand führt Knör durch den Abend.

Stimm-Imitation in Perfektion

Der Entertainer beherrscht sein Handwerk, mit dem er in den 1990er Jahren große Fernsehshows moderierte und sogar einen Bambi erhielt – den bringt er gleich mit in die Divarena. Stimm-Imitation in Perfektion. Man wünscht sich, Karl Lagerfeld, Udo Lindenberg, Tom Jones und Inge Meysel, würden kein Ende nehmen: „Ich bin in Hamburg großgeworden, als ich noch ein kleines Mädchen war“, scherzt Knör als Lagerfeld. Dabei trägt er Brille und Chanel-Tüte. Mit viel Witz, musikalischem Können und Selbstironie lässt er diese Stars auf der Bühne lebendig werden.

Der Charme von gestern

So gut Knör die deutsche und internationale Prominenz nachahmt, so wenig Bezug hat sein Programm zum vergangenen Jahr. Nahezu alle parodierten Promis spielten da in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle. Der Entertainer spricht als Rudi Carrell beim 100-jährigen Ufa-Jubiläum vom Himmel herab. Als Arnold Schwarzenegger hält er die Dankesrede bei der Bambi-Verleihung, und als Roberto Blanco stellt er ein Buch vor. „Es heißt Blanco, aber die Seiten sind trotzdem beschrieben“, witzelt Knör. Keine Ereignisse, die das Jahr 2017 prägten.

Großereignisse wie der G20-Gipfel oder die Bundestagswahl erwähnt der Entertainer nur in Nebensätzen. Und selbst dann wirkt die Pointe beliebig: Udo Lindenberg trifft US-Präsident Trump während des G20-Gipfels in Hamburg und schmettert ihm „Wir wollen dich nie wieder sehen“ entgegen. Die aktuelle Metoo-Debatte kommentiert er mit Anzüglichkeiten in Altherrenmanier.

Rund 170 Besucher

Das Programm schließt Knör mit seinen Wünschen für das Jahr 2018: Trump wird Rentner, der Papst findet eine Gattin und Prinz William wird endlich König. Die rund 170 Zuschauer in der Divarena danken ihm mit stehenden Ovationen.