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Bericht im Ausschuss Delmenhorst beherbergt 1176 Flüchtlinge

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 17.03.2016, 09:53 Uhr

1176 Flüchtlinge hat Delmenhorst bisher aufgenommen. Am Mittwoch, 16. März, hat die Politik weitere organisatorische Weichen für deren Unterbringung gestellt.

Fachbereichsleiterin Petra Gerlach hat in der Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr über die aktuelle Situation in der Flüchtlingsaufnahme in Delmenhorst berichtet. Zum 1. März waren laut Gerlach 1176 Flüchtlinge in der Stadt. Sie wies aber auch darauf hin, dass die Zahlen einer „enormen Dynamik“ unterliegen und somit schon in der Folgewoche nicht mehr aktuell sind. Um die Zahl zu veranschaulichen, nannte Gerlach die Zahl der Flüchtlinge, die am 31. Dezember 2014 in der Stadt registriert waren: Vor 15 Monaten waren es gerade einmal 277.

Großteil der Flüchtlinge kommt aus Kriegsgebieten

Laut Gerlach kommt ein Großteil der Flüchtlinge aus Kriegsgebieten. So sind derzeit 867 Flüchtlinge aus Syrien, Irak, Iran und Afghanistan in Delmenhorst registriert. Weitere 135 kommen aus den Westbalkanstaaten, 116 aus Albanien und dem Kosovo. 58 Flüchtlinge kommen aus Afrika und sonstigen Ländern.

333 Kinder unter den Flüchtlingen in Delmenhorst

Fast ein Drittel der Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Wie Gerlach berichtet sind unter den Flüchtlingen 107 Kinder im Alter zwischen null und sieben Jahren, 100 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren sowie 126 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren.

Kommende Woche kommen keine Flüchtlinge

Nach dem Ende des Amtshilfeersuchens durch das Land Niedersachsen muss die Stadt derzeit allein 50 Flüchtlinge pro Woche durch die reguläre Zuweisungsquote aufnehmen. Die aktuelle Zuweisungsquote gilt laut Gerlach noch bis Ende April. Auch dies ist eine große Aufgabe, betonte die Fachbereichsleiterin. In der kommenden Woche bietet sich für die mit der Flüchtlingsaufnahme betrauten Mitarbeiter der Verwaltung erstmals seit Monaten ein Moment zum Durchatmen: Auf Antrag der Verwaltung wird die Zuweisung für eine Woche ausgesetzt. Die Mitarbeiter nutzen dies laut Gerlach teilweise für Urlaub. „Das ändert aber nicht viel an unserer Situation“, sagte sie.

Nutzung der Halle an der Weverstraße wird verlängert

Untergebracht sind die Flüchtlinge in 224 GSG-Wohnungen, größtenteils in Düsternort, den für die Aufnahme eingerichteten Turnhallen, dem Stadionheim, der ehemaligen Kita Rappelkiste und seit Mitte Februar auch in der Kaserne . Für die Unterbringungen auf dem Kasernengelände hat die Politik am Mittwochabend zwei Entscheidungen getroffen. Es wurde dem Nutzungsvertrag für die von der Bundeswehr überlassenen Kasernengebäude zugestimmt. Zudem votierte der Ausschuss einstimmig für eine Verlängerung der Nutzung der Bundeswehrsporthalle an der Weverstraße.

„Heilfroh, dass wir Bundeswehrstandort sind“

Die Mietvereinbarung mit der Stadt für die Sporthalle, in der bis zu 198 Personen untergebracht werden können, wäre ursprünglich Ende März ausgelaufen. Nun wird sie bis Ende September verlängert. „Der Bedarf ist auf jeden Fall weiter da. Die Halle ist für uns die günstigste Möglichkeit“, sagte Gerlach. Sie betonte, dass sich die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sehr positiv gestaltet. „Ich bin heilfroh, dass wir Bundeswehrstandort sind. Das erleichtert uns die Arbeit sehr.“ In einer dritten Abstimmung stimmte die Politik einem Rahmenmietvertrag mit der GSG zu, der die Unterbringung von Flüchtlingen und anderen von der Obdachlosigkeit bedrohten Personen regelt.

Politik lobt Arbeit der Verwaltung

Von der Politik gab es Lob für die Flüchtlingsarbeit der Verwaltung: „Die Unterbringung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Obdachlosen klappt in unserer Stadt vorzüglich“, urteilte der Ausschussvorsitzende Hermann Thölstedt (CDU) und dankte der Verwaltung für ihre Arbeit.