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Bericht zu Wissenschaftskolleg Freude in Delmenhorst über dickes Lob für das HWK

Von Dirk Hamm | 02.05.2017, 18:36 Uhr

Das Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) hat es jetzt schwarz auf weiß: Der Wissenschaftsrat hat das interdisziplinäre Forschungsinstitut am Lehmkuhlenbusch in seiner jüngsten Evaluierung als „Leuchtturm im Nordwesten“ bezeichnet.

„Sie sehen heute einen strahlenden Rektor“, zeigte Professor Dr. Reto Weiler, der das Institute for Advanced Study seit 2008 leitet, am Dienstag im Pressegespräch ganz offen seine Freude über die ausgesprochen lobenden Bewertungen der Wissenschaftseinrichtung durch das wichtigste wissenschaftspolitischen Beratungsgremiums in Deutschland.

Das HWK hat sich nach der Einschätzung des Wissenschaftsrats „in den vergangenen Jahren zu einem international anerkannten Institute for Advanced Studies (IAS) mit eigenständigem Fellow- und Tagungsprogramm entwickelt“. Hervorgehoben wird zudem die erfolgreiche Kooperation mit den Universitäten Bremen und Oldenburg. Lob fand das Gremium darüber hinaus für die Installation eines künstlerischen und schriftstellerischen Programms am HWK, das gut mit der wissenschaftlichen Arbeit der Fellows verzahnt sei.

HWK kürzlich Gastgeber für europäisches Netzwerk der Wissenschaftskollegs

Nach Angaben Weilers haben die Länder Niedersachsen und Bremen sowie die Stadt Delmenhorst in der Stiftungssatzung des HWK festgelegt, dass eine unabhängige Bewertung alle zehn Jahre vorgenommen werden muss. Ehe der Wissenschaftsrat zu seinem abschließenden Urteil gelangte, war ein mehrstufiges Verfahren zu durchlaufen. Dazu gehörten die ausführliche Beantwortung eines Katalogs von 67 Fragen und intensive Gespräche bei einem zweitägigen Vor-Ort-Besuch einer hochkarätig besetzten Bewertungsgruppe im November 2016.

Ein weiteres Zeichen für den hohen Stellenwert, den das HWK in der Forscher-Community besitzt, war eine nicht alltägliche Gastgeberrolle vor wenigen Tagen: Am 27. April fand am Lehmkuhlenbusch das jährliche Geschäftstreffen des Netzwerks NetIAS, in dem die europäischen Wissenschaftskollegs zusammengeschlossen sind, statt.

Weiler verabschiedet sich 2018 nach zehn Jahren

Weiler kündigte an, sich nach Abschluss seiner zweiten fünfjährigen Amtszeit als Rektor im Sommer 2018 vom HWK zu verabschieden. Auch vor dem Hintergrund der Suche nach einem Nachfolger, die mit dem ersten Treffen der Findungskommission am morgigen Donnerstag beginne, sei der positive Bericht des Wissenschaftsrates von großem Wert, sagte der 69-Jährige: „Die Person, die mir nachfolgt, kann sich darauf stützen, dass das Institut bis zur nächsten Evaluierung in zehn Jahren nicht hinterfragbar oder gefährdet ist.“

Mit Blick auf den Jahresbericht 2016 des HWK, der jetzt druckfrisch vorliegt, sprach Reto Weiler von einem Jahr, dass einerseits von besonderen Ereignissen wie der gemeinsamen Kabinettssitzung der Länder Niedersachsen und Bremen am Lehmkuhlenbusch im September geprägt war. Zugleich sei es ein „normales Jahr“ gewesen, was die Kennzahlen anbelangt: 76 Fellows aus 19 Ländern hielten sich demnach zu Forschungszwecken für drei bis zehn Monate im HWK auf. Mehr als 100 wissenschaftliche Veranstaltungen wurden auf die Beine gestellt.