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Berufsfachschule Altenpflege Auszubildende werben in Delmenhorst für Pflegeberuf

Von Thomas Breuer | 15.06.2016, 19:19 Uhr

„Wie kannst du nur so einen Beruf erlernen?“ Diese Frage haben Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Altenpflege am Mittwochvormittag in der Delmenhorster Innenstadt gleich mehrfach gehört.

Anlass war eine Aktion von Angehörigen des ersten Ausbildungsjahres der Einrichtung, die seit März 2015 an der Friedrich-Ebert-Allee 11 angesiedelt ist. Ein kleines Rollenspiel – Ausflug einer Gruppe Demenzkranker mit Begleitung – sollte Aufmerksamkeit für eine Befragung schaffen. Damit wollten die in Heimen oder bei Pflegediensten angestellten Auszubildenden herausfinden, was Passanten über Pflegeberufe und die dazugehörige Ausbildung wissen.

„Viele der Befragten wollen, wenn es dann unbedingt sein muss, liebevoll, aufmerksam, fachgerecht gepflegt werden“, bilanzierte Dr. Theodor Müller von der Berufsfachschule. „Aber die angespannte Situation in der Pflege ist wenigen bekannt.“

Zurzeit 63 Frauen und Männer in drei Ausbildungsjahrgängen

In drei Ausbildungsjahrgängen sind es derzeit 63 Frauen und Männer, die die vom eingetragenen Verein Stephanusstift getragene Berufsfachschule besuchen. Grundvoraussetzung ist in der Regel ein Hauptschulabschluss am Ende der Sekundarstufe I. Aber es gibt auch andere Wege in den Beruf, etwa für ältere Bewerber aus anderen Tätigkeitsfeldern, die dann von der Agentur für Arbeit gefördert werden können.

Generell setzt die Berufsfachschule Altenpflege auf ein Blocksystem aus Theorie und Praxis. So stehen nach drei Jahren für die Absolventen 2400 Stunden Theorie und mehr als 2500 Stunden Praxis zu Buche. Wer sich genauer informieren möchte, erreicht die Einrichtung unter Telefon (04221) 120616. Weiter ist für den Herbst wieder ein Tag der offenen Tür geplant.

Warum man sich für den Pflegeberuf entscheidet? Pflege sei „aufwendig, anstrengend und wenig bezahlt“, räumt Müller ein, aber sie sei eben auch „vielfältig, spannend und erfüllend“.