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Beschwingte Neujahrskonzerte Atemberaubende Rhythmen in Delmenhorst und Stuhr

Von Dirk Hamm und Kai Hasse | 06.01.2019, 18:48 Uhr

Zu Beginn des Jahres lockern vornehm gewandete Orchestermusiker betont den Kragen. Dann gibts Musik zum Schunkeln und Wohlfühlen. Wie jetzt in Delmenhorst und Varrel.

Auf der politischen Bühne mag die europäische Einheit Risse bekommen haben, auf dem Gebiet der Musik hat Europa hingegen nichts von seinem Glanz verloren. Das bewies am Samstagabend eindrucksvoll das Neujahrskonzert im Kleinen Haus sowie am Sonntagnachmittag ein weiteres Konzert in der Gutsscheune Varrel in Stuhr.

450 Zuschauer im Kleinen Haus

„Europa, wie es singt und lacht“ war das Programm in Delmenhorst überschrieben, mit dem die Slowakische Sinfonietta Žilina unter der Leitung von Oliver von Dohnányi Komponisten und musikalische Einflüsse aus einem guten Dutzend Nationen des Kontinents zur Geltung brachte.

Rund 450 Zuschauer ließen sich von der betont heiteren Note, wie sie für ein Neujahrskonzert charakteristisch ist, mitreißen und unterstützten das Orchester zum Schluss rhythmisch klatschend beim obligatorischen „Radetzky-Marsch“. Bereits zu Beginn mit dem berühmten Cancan aus Jacques Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ machte das Orchester aus der Slowakei Lust auf mehr.

Parforceritt an der Trompete

Einflüsse feuriger osteuropäischer Volksmusik verrieten Antonín Dvoráks Slawischer Tanz Nr. 10 e-moll und Johannes Brahms’ Ungarischer Tanz Nr. 5 g-moll. Mezzosopranistin Kayo Hashimoto brachte unter anderem mit der anspruchsvollen Koloraturarie „Una voce poco fa“ aus Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ Opernflair ins Kleine Haus.

Zu einem vom Publikum mit stürmischem Applaus bedachten Höhepunkt des Abends geriet ein musikalischer Parforceritt von Solist Stanislav Masaryk an der Trompete. Ausgehend von einem einfachen Lied – die Melodie ist in Deutschland als „Mein Hut, der hat drei Ecken“ bekannt –, lieferte er im Hochgeschwindigkeitstempo atemberaubende Variationen ab. Ein ausgiebiges Medley mit Evergreens aus dem Musical „My Fair Lady“ beschloss den offiziellen Teil vor den Zugaben.

Publikum in Varrel singt mit

Schöne Walzerklänge gab es auch gestern Abend in der Gutsscheune Varrel in Stuhr. Dort spielte die Klassische Philharmie Nordwest beschwingte und exotische Stücke von Offenbach, Lehár oder Strauss. Musikalisch führte Ulrich Semrau das Orchester durch das Programm – und animierte auch gern das Publikum zum Mitsingen, wie bei „Auf einem persischen Markt“ von Albert Ketelbey.