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Besonderes Gemälde im Blickpunkt Frohe Osterbotschaft in der Delmenhorster Stadtkirche

20.04.2019, 13:31 Uhr

„Frohe Ostern“ heißt es auch in der Delmenhorster Stadtkirche: Wie ein lange „verstecktes“ Gemälde des auferstandenen Jesus in der Stadtkirche wieder in den Blickpunkt rückt.

Die Geschichte der Auferstehung Jesu Christi, sie bildet die zentrale Botschaft der Osterfeiertage. Und wenn man so will, bietet die Stadtkirche zu diesem Osterfest ebenfalls eine besondere Geschichte der Auferstehung. Johannes Mitternacht, stellvertretender Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, hat nach Absprache mit den Pastoren Sabine Lueg und Thomas Meyer gemeinsam mit Küster Ralf Andexer das Altarbild vom auferstandenen Christus wieder ins Licht geholt.

Gemälde war lange als Altarbild präsent

Mitternacht, der die lange Geschichte der Stadtkirche bestens kennt, erzählt die Geschichte: „Das Gemälde war von 1789 bis 1908 als Altarbild in der Stadtkirche sehr präsent. Bis 1967 verblieb es sichtbar in der Kirche.“ Dann aber bekam es im Zuge der Modernisierung einen neuen Platz. Im Treppenhaus der Sakristei. Einem schmucklosen, rein zweckgerichteten Aufgang zur Toilette. Dort, wo es kaum noch jemand sehen konnte, wo es aus dem Blickfeld der Gemeinde verschwand. „Es soll jetzt unbedingt wieder in die Kirche zurück“, sagt nicht nur Pastor Meyer, der sich das schon lange wünscht. Die anstehende Sanierung der Stadtkirche bietet bald die Gelegenheit dazu, im Gemeindekirchenrat ist man sich längst einig, dass das Bild einen würdigeren Platz verdient hat.

Zahn der Zeit nagt

Restauriert werden müsste es sicherlich, der Zahn der Zeit hat Spuren hinterlassen. Ein passenderer Rahmen könnte auch gefunden werden. „Doch die Strahlkraft des Motivs ist noch vorhanden“, sagt Mitternacht. Von wem das Gemälde stammt, ist übrigens nicht bekannt. Nur eines ist wohl sicher: ein weiteres Gemälde, das die Kreuzigung Jesu zeigt und das präsent im Kirchenraum hängt, stammt vom selben Künstler und aus der selben Zeit.

Gemälde aus Treppenhaus befreit

Mitternacht und der Küster Andexer haben das 230 Jahre alte Gemälde des Auferstandenen jetzt zunächst einmal aus dem schmucklosen Treppenhaus geholt und vom Staub befreit. Die Aktion ist ganz spontan entstanden. Meyer will das Bild jetzt in seine Osterpredigt am Ostersonntag, 10 Uhr, einbauen - und so könnte das Bild, das über Jahrzehnte kaum noch einer zu Gesicht bekommen hat, passend zum Osterfest wieder ins rechte Licht rücken. „Die Botschaft von Ostern, von der Auferstehung Jesu von den Toten, ist es wert, froh gefeiert zu werden“, sagt Pastor Meyer. Über die „Wiederkehr“ des Gemäldes freut er sich, auch wenn er sagt: „Viel schöner als die ,Wiederkehr‘ des Bildes wäre das Wiederentdecken der Osterbotschaft bei den Gemeindegliedern.“ Denn Meyer weiß: Die Kirchen der Stadt sind zu Ostern nicht annähernd so voll wie zum Weihnachtsfest. Dabei biete besonders der Osternachtgottesdienst, der am Ostersonntag um 5.30 Uhr in aller Herrgottsfrühe beginnt, „immer Gänsehautmomente“.