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Besonders für Pferde gefährlich Jakobskreuzkraut breitet sich in Delmenhorst aus

Von Marco Julius | 19.07.2017, 11:17 Uhr

Die Stadt geht auf eigenen Fläche vereinzelt gegen das Kraut vor. Besonders wichtig sei es, die Samenbildung der Pflanze zu verhindern.

Eigentlich ist das Jakobsgreiskraut, umgangssprachlich besser bekannt als Jakobskreuzkraut, mit seinen weithin sichtbaren gelben Blüten eine durchaus hübsch anzusehende Pflanze. Doch sie enthält sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide, die in der Leber zu giftigen Substanzen verstoffwechselt werden. Pferde und Schweine, aber auch Rinder reagieren empfindlich auf diese Stoffe. Für Tiere ist das Kraut gefährlicher als für Menschen. Trotzdem sollten der Kontakt und besonders der Verzehr des Jakobskreuzkraut vermieden werden.

Besorgte Bürger melden sich

Das Jakobskreuzkraut breitet sich auch in Delmenhorst immer mehr aus. Besorgte Bürger, die auch eine Gefahr für spielende Kinder sehen, haben sich jetzt beim dk gemeldet. „Das Vorkommen des Jakobskreuzkrauts innerhalb des Stadtgebietes ist nicht neu. Auffällig ist jedoch das in letzter Zeit vermehrte Auftreten der Pflanze“, teilt Stadtsprecher Timo Frers für den Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz mit. „Optimale Vermehrungsbedingungen findet das Jakobskreuzkraut auf lückenhaft bewachsenen, vor allem sonnigen und trockenen Standorten. Hierzu gehören neben Straßenrändern, Bahndämmen und Böschungen auch Weideflächen“, betont Frers.

Handelt sich um heimische Wildpflanze

Insbesondere im Stadtsüden seien in der Vergangenheit vereinzelt stadteigene Flächen entsprechend gepflegt worden, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Gleichzeitig betont Frers: „Grundsätzlich handelt es sich bei dem Jakobskreuzkraut um eine heimische Wildpflanze. Bestimmte Tierarten sind auf das Vorkommen von Jakobskreuzkraut angewiesen, viele Insekten nutzen das Jakobskreuzkraut als Nektarpflanze. Es gibt im europäischen und deutschen Pflanzenschutzrecht keine gesetzliche Regelung hinsichtlich einer Bekämpfung. Eine behördliche Anordnung zur Bekämpfung ist daher nach geltendem Recht nicht zu begründen.“ Allerdings sei die mögliche Giftigkeit natürlich bekannt.

Samenbildung vermeiden

Grundsätzlich gelte daher: „Als wichtigste Bekämpfungsmaßnahme muss die Samenbildung der Pflanze verhindert werden. Somit sind die betroffenen Flächen möglichst frühzeitig zu mähen. Bei Auftreten von Einzelpflanzen ist die mechanische Bekämpfung durch Ausreißen oder Ausstechen die sicherste und wirksamste Methode.“