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Bessere Oberflächenentwässerung Neue Brunnen in Delmenhorster Graft fertiggestellt

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 20.12.2016, 16:51 Uhr

Nach einem halben Jahr sind die drei neuen Brunnen in der Delmenhorster Graft fertig. Für eine künftige Trinkwasserförderung sind sie aber nicht geeignet.

Drei neue Brunnen in der Graft sollen eine erneute Versumpfung des Stadtparks verhindern. Am Dienstag wurden die neuen Bauwerke vorgestellt. An drei Stellen sind nun in der Graft neue, grüne Häuschen zu finden, in denen die Technik der Brunnen untergebracht ist. Der Brunnen aus den 80er Jahren beim Graftspielplatz arbeitet laut Dieter Meyer, Prokurist der Stadtwerkegruppe, noch zuverlässig. Ein fünfter Brunnen wurde demontiert.

Förderleistung wie zu Zeiten der Trinkwassergewinnung

„Jeder Brunnen kann eine Förderleistung von 80 bis 100 Kubikmeter erreichen“, erklärte Meyer. Damit könne auch das Ziel einer Jahresfördersumme von zwei Millionen Kubikmetern erreicht werden. Dies entspricht der Förderleistung zu der Zeit, als das Wasserwerk in der Graft noch in Betrieb war. Auch in den vergangenen Jahren sei so viel gefördert worden. Doch die Brunnen waren marode, fielen teilweise aus. Ein Sanierungsversuch im Frühjahr scheiterte , weshalb der Neubau notwendig wurde.

Im Geld- und Zeitplan geblieben

„Die Baumaßnahme ist erfolgreich abgeschlossen“, erklärte Meyer. Bis Heiligabend sollen auch die letzten Bauzäune und -fahrzeuge aus der Graft verschwunden sein. Mit 550.000 Euro seien die Baumaßnahmen im gesteckten finanziellen Rahmen geblieben, auch der Zeitplan, noch in diesem Jahr fertig zu werden, konnte eingehalten werden.

Sandiger Boden bereitet Probleme

Dabei hat es bei dem Bau der Brunnen durchaus Probleme gegeben. Im Bereich der Brunnen an der Grafttherme und am Weg Richtung Burggrafendamm besteht der Untergrund aus sehr feinem Sand, wie Marc Schreiber vom beauftragten Ingenieurbüro berichtet. Deshalb musste vom ursprünglichen Plan, wie zuvor einen 45 Meter tiefen Schacht in den Boden zu treiben, abgewichen werden, um das Ziel der Oberflächenentwässerung zu erreichen. Statt dessen wird das Wasser nun aus jeweils vier, rund um die Brunnen gebohrte Zwölf-Meter-Schächte gefördert. Beim dritten neuen Brunnen auf den Wiekhorner Wiesen konnte dagegen ein Förderschacht nach herkömmlicher Bauart entstehen.

Nicht für Trinkwassergewinnung geeignet

Obwohl sie bei der Oberflächenentwässerung von Vorteil sind, können die neuen 12-Meter Brunnen wohl nicht genutzt werden, sollte der Antrag auf erneute Trinkwassergewinnung in der Graft Erfolg haben: „Man würde das als Versorger nur ungern als Trinkwasserbrunnen nutzen“, sagte Meyer. „Wir gehen davon aus, dass wir das Wasser aus diesen Brunnen nicht zur Trinkwassergewinnung heranziehen.“ Dies hatte bei der Politik für Unverständnis gesorgt .