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Bestes Ergebnis seit 15 Jahren Immobiliengeschäft verhilft Volksbank zu Wachstumssprung

Von Frederik Grabbe | 03.06.2016, 16:15 Uhr

Will jemand derzeit sein Geld bei der Bank anlegen, erhält er dafür so gut wie keine Zinsen. In diesem Marktumfeld präsentierte die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok 2015 ihr größtes Geschäftswachstum seit 15 Jahren. Großen Anteil daran hat das Immobiliengeschäft.

Die Bankenlandschaft ächzt unter der niedrigen Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) – und doch hat in diesem Umfeld die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok 2015 das größte Geschäftswachstum seit 15 Jahren eingefahren und legt eine Bilanzsumme von 320 Millionen Euro vor. Ein Plus von 11,5 Prozent. Daran hat vor allem das Geschäft mit Immobilien einen großen Anteil. Dies verkündet der Vorstand am Freitag im Pressegespräch zur Vertreterversammlung in der Markthalle am Donnerstagabend.

Ist der Prospekt gedruckt, sind die Wohnungen schon verkauft

So verzeichneten die Banker im vergangenen Jahr ein Plus von mehr als zehn Prozent an Kundenkrediten. Insgesamt hat die Volksbank Kredite in Höhe von 233 Millionen Euro ausgelegt, allein 2015 verlieh sie 80 Millionen Euro. Davon allein sind 30 Millionen Euro Immobilienkredite – 10 Millionen Euro mehr als 2014. „In Delmenhorst steigen die Preise für Immobilien, liegen aber noch unter denen in Bremen oder Ganderkesee“, stellte Vorstand Wolfgang Etrich heraus. Die Bank kooperiert beim Bau von Wohneinheiten mit RBS Immobilien. „Ist ein Prospekt gedruckt, sind die Wohnungen wenig später verkauft“, schilderte Etrich. Diese Entwicklung sei gut für die Stadt: Zum einen, weil die Zahl der Wohnungen steige und dies zum anderen die Stadt aufwerte, weil ältere Häuser durch neue ersetzt würden.

Kredite fürs Gewerbe weiteres Standbein

Zweites Standbein bei der Ausgabe von Krediten sei der Gewerbebereich. Hier spielten besonders Darlehen eine Rolle, die eine öffentliche Förderung wie etwa durch die KfW-Bank erführen. Kredite für Unternehmen oder zur Verbesserung der Energieeffizienz an Immobilien seien hier hervorzuheben, so Vorstand Martin Versemann. Der Banker unterstrich, dass in diesem Bereich das Kreditinstitut häufig durch Kunden selbst empfohlen werde.

Einlagen steigen trotz Nullzinsen auf 227 Millionen Euro

Selbst die Summe der Einlagen ist bei der Volksbank angestiegen, 700 Neukunden verzeichnete die Bank 2015, 227 Millionen Euro versammeln Sparer insgesamt auf ihren Konten, ein Plus von rund 6 Prozent. Ein Umstand, der Versemann beinahe verwundert, gehen die Zinsen für Kunden doch „gegen Null“. „Die Niedrigzinspolitik der EZB bedeutet für uns als Bank, selbst für Anlagen in Teilen Negativzinsen zahlen zu müssen“, so Versemann. Für das eigene Haus lehnte Etrich Negativzinsen für Bankkunden aber konsequent ab. „Diesen Weg beschreiten wir nicht.“

Kapitalerhöhung um sechs Prozent

Wichtig für die Banker war hervorzuheben, dass Eigenkapital der Volksbank auf nun 31,6 Millionen Euro (plus 6 Prozent) angewachsen ist. Erhöhe sich das Eigenkapital, so die Vorstände, erhöhte sich auch die Summe der auslegbaren Kredite. Wie wichtig diese sind, zeigt sich in der jetzt vorgelegten Bankenbilanz, die einen Gewinn von 547 000 Euro aufführt.

Neues Gesicht im Vorstand

Zuguterletzt begrüßte die Bank ein neues Gesicht im Aufsichtsrat: Aufsichtsratsvorstand Ralf Gluttmann stellte Sabine Quaß vor. Sie ist Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei „Dr. Schmidt, Habermeyer, von Seggern, Quaß“ und folgt auf den Anwalt Wolfgang Schmidt, der altersbedingt aus dem Gremium ausscheidet.