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Besuch des Ministerpräsidenten Landesvater Stephan Weil auf Rundreise durch Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 09.06.2017, 19:20 Uhr

Windkraft, Integration und Inklusion im Kindesalter und die lokale Wirtschaft: Ein straffes Programm hatte am Freitag der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in Delmenhorst zu bewältigen. Einige Erkenntnisse nahm der Landesvater durchaus mit.

Einmal Realschule, einmal Kita, einmal Wellpappenfabrik: Der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), war am Freitag in Delmenhorst zu Gast. Sämtliche 87 Wahlkreise des Landes in den kommenden Monaten zu besuchen sei sein Ziel, sagte Weil im Tagesverlauf. Am Freitag standen die Themen Windkraft, Integration und Inklusion im Kindesalter und die lokale Wirtschaft auf dem Programm. Einige interessante Einblicke nahm Weil durchaus mit.

Realschule an der Holbeinstraße, Freitagvormittag:

Mithilfe die Stiftung Offshore Windenergie hat sich die Schülerschaft an der Realschule an der Holbeinstraße in den vergangenen Tagen mit der Windkraft befasst – was mittelschwere Verwunderung beim Ministerpräsidenten hervorrief: „Zu meiner Zeit haben wir nach den Abschlussprüfungen nur noch gefeiert. Ihr legt noch ‘ne Kohle drauf. Kompliment“, verteilte Weil warme Worte, um sich gleich für diesen windschiefen Vergleich zu entschuldigen. Weil zeichnete 19 Schülerinnen und Schüler für die besten Projektarbeiten in sechs Feldern aus. Diese hatten sich beispielsweise mit dem Klimawandel, der Errichtung, Wartung und Betrieb der Mühlenriesen sowie der Netzanbindung beschäftigt. Eine politische Spitze gibt es in Richtung Bundesregierung: „Die Förderung des Ausbaus der Offshore-Windenergie ist gedeckelt. Warum, das haben nicht alle verstanden“, sagte der Stiftungsvorsitzende Jörg Kuhbier.

(Weiterlesen: Ministerpräsident Stephan Weil besucht Delmenhorst und trägt sich ins Goldene Buch der Stadt ein - mit Video)

Awo-Kita Ströhen, Freitagmittag:

Zusammen mit Vertretern der Kita Ströhen, der Awo und mit Oberbürgermeister Axel Jahnz spricht Weil über frühkindliche Bildung, Integration und Inklusion. Die Kita hat 130 Kinder, in zwei Gruppen werden sieben Kinder mit Körperbehinderungen oder Entwicklungsverzögerungen betreut. Die Presse ist vom Gespräch ausgeschlossen. Im Anschluss zeigt sich Weil beeindruckt von der Integrationsarbeit in Delmenhorst. „Ich war verwundert zu erfahren, dass in den vergangenen Jahren mehr Osteuropäer nach Delmenhorst gekommen sind als Flüchtlinge.“

Klingele Papierwerke in Adelheide, Freitagnachmittag:

Klingele als Hersteller von Verpackungen wachse, was nicht zuletzt dem Onlinehandel zu verdanken sei, schildert Geschäftsführer Dr. Jan Klingele. Ratsherr Deniz Kurku, der bei der Wahl am 14. Januar 2018 in den Landtag einziehen möchte, weist auf den besonderen Wert auf die Nachwuchsförderung des Unternehmens hin. Mit Blick auf das EEG stört den Familienunternehmer Klingele jedoch: „Mit gesetzlichen Vorschriften haben wir keine Probleme. Aber sie ändern sie sich ständig. Das hält uns in Atem.“ Die Papier- und Pappenproduktion ist ein energiehungriges Geschäft, erfährt Weil. 15 Prozent des Strombedarfs erzeugt Klingele in Delmenhorst laut Werksleiter Patrick Ginter selbst. Die Quote soll in den kommenden Jahren deutlich steigen. Weil meint: „Beim Netzausbau brauchen wir zukünftig Obergrenzen. Sonst können Unternehmer nicht sauber kalkulieren.“