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Besuch im Finanzamt Delmenhorst Minister Schneider sieht Umbaupläne positiv

Von Marco Julius | 09.03.2017, 08:31 Uhr

Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider hat das Finanzamt Delmenhorst besucht. Dabei betonte er, dass für ihn Steuergerechtigkeit an erster Stelle steht.

Der barrierefreie Eingang für das Finanzamt Delmenhorst kommt noch in diesem Jahr. Die Umsetzung der weiteren Umbaupläne, ein Herzenswunsch von Vorsteher Uwe Langer, muss hingegen noch etwas warten. Doch Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) nutzte seinen Besuch an der Friedrich-Ebert-Allee am Mittwochvormittag auch dazu, Langer etwas Hoffnung zu machen.

Der 69-jährige Schneider machte deutlich, dass er die angestrebte Einrichtung einer Infothek, die den gesamten Eingangsbereich neu ordnen soll, befürwortet. Er machte aber auch klar, dass in den 67 Finanzämtern des Landes andere Dinge, etwa der Brandschutz, Priorität hätten.

Schneider, seit 2013 Finanzminister des Landes, hat mittlerweile 37 der Finanzämter besucht. „Das Finanzamt Delmenhorst ist ein durchschnittliches Amt“, sagte er – und das war keineswegs abwertend gemeint. Er bezog sich damit auf die Größe und das Steueraufkommen. 179 Bedienstete arbeiten in Delmenhorst. Hinzu kommen fünf Steuer- sowie sieben Finanzanwärterinnen und -anwärter. Der Finanzamtsbezirk umfasst neben der Stadt Delmenhorst auch die Gemeinden Hude, Harpstedt, Ganderkesee und Lemwerder.

Steueraufkommen von 414 Millionen Euro

„Das Steueraufkommen im Finanzamt Delmenhorst betrug im Jahr 2016 rund 414 Millionen Euro“, berichtete Langer. Das Steueraufkommen aller 57 niedersächsischen Veranlagungsfinanzämter belief sich im Jahr 2016 auf rund 35 Milliarden Euro, die in den Bund-Länder-Finanzausgleich einfließen.

„Steuergerechtigkeit steht für diese Landesregierung an erster Stelle. Deshalb haben wir den Kampf gegen Steuerhinterziehung erheblich intensiviert. Der Staat kann seine Aufgaben nur erfüllen, wenn er die ihm nach Recht und Gesetz zustehenden Steuereinnahmen auch tatsächlich erhält“, betonte Schneider: „Dafür sorgen tagtäglich die Kolleginnen und Kollegen in den Finanzämtern. Ich weiß, dass ich mich dabei auf kompetente, engagierte und loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen kann.“

Nachwuchsgewinnung im Blick

Damit die Steuerverwaltung ihrer Rolle als tragende Einnahmeverwaltung des Landes auch zukünftig gerecht werden kann, will sich Schneider für eine bedarfsgerechte Personalausstattung einsetzen. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels habe die Nachwuchsgewinnung der niedersächsischen Steuerverwaltung für die Landesregierung große Bedeutung. „Daher werden auch 2017 über die erforderliche Bestandserhaltung hinaus 20 zusätzliche Finanzanwärterinnen und -anwärter eingestellt. Auf diese Weise sind die personellen Ressourcen für die Einrichtung 100 zusätzlicher Stellen im steuerlichen Außendienst geschaffen“, sagte Schneider, der mit Blick auf die Altersabgänge eine Ausbildungsoffensive gestartet hat.

Wissenstransfer anschieben

Wurden 2013 noch 284 Nachwuchskräfte eingestellt, waren es 2016 bereits 447. Im laufenden Jahr werde diese Zahl voraussichtlich auf 482 steigen. Darüber hinaus kündigte Schneider in diesem Zusammenhang verstärkte Anstrengungen an, um das Wissen der älteren, demnächst ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern: „Angesichts der hohen altersbedingten Fluktuation ist systematischer Wissenstransfer geboten. Wir können es uns nicht leisten, das wertvolle, in langen Berufsjahren erworbene Wissen der ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verlieren.“