Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Betreiber prüft Optionen Ungewisse Zukunft für Veranstaltungssaal in Delmenhorst

Von Thomas Breuer | 29.09.2016, 17:06 Uhr

Der zur Weltausstellung Expo 2000 entstandene Veranstaltungssaal auf der Nordwolle steht vor einschneidenden Veränderungen.

Am Wochenende 22./23. Oktober soll sie einmal mehr Tausende auf die Nordwolle locken: die Ausstellung „Handmade“ für alle , die sich dem kreativen Gestalten verschrieben haben. Schauplatz wird neben der Turbinenhalle und der Volkshochschule der Saal des Com.media an der Lahusenstraße sein. Und weil Letzterer vor einer ungewissen Zukunft steht, könnte es möglicherweise die letzte „Handmade“ in Delmenhorst sein.

Keine Reservierungen für 2017 möglich

Eigentümerin des Com.media ist die städtische Medien- und Veranstaltungszentrum GmbH & Co.KG, die derzeit keine Reservierungen für das kommende Jahr annimmt. Ihr Prokurist Axel Langnau bestätigte, dass intensiv über neue Optionen für das Gebäude nachgedacht wird. „Wir sind mitten in der Phase, in der wir uns überlegen: Wohin soll die Reise gehen?“, sagte er auf Nachfrage. Denkbar sei eine Umwandlung in Büroräume, es gebe aber auch andere Überlegungen. In dieser Phase, so Langnau, wäre es unfair, langfristige Reservierungen anzunehmen, die am Ende vielleicht nicht eingehalten werden könnten.

Lärmschutzauflagen bereiten große Probleme

Die Nutzung des von vielen Veranstaltern als reizvoll empfundenen Saals birgt ein grundsätzliches Problem: die Lärmbelastung für das Wohnumfeld. Viele Ideen scheitern an den Lärmschutzauflagen, sodass der Saal zwar nicht im Dornröschenschlaf liegt, jedoch viel zu wenig genutzt wird. Als Prestigeobjekt zur Weltausstellung Expo 2000 entstanden, gab es dort im vergangenen Jahr nur ein Dutzend Veranstaltungen , Blutspendetermine des Roten Kreuzes eingerechnet.

Catering-Firma nutzt Großküche

Durchgängig genutzt wird allein die Großküche im Gebäude. Dort ist das Unternehmen Kids-Cook angesiedelt, das für Kindergärten und Kindertagesstätten im Großraum Delmenhorst kocht und vor Ort montags bis donnerstags auch einen Mittagtisch à la carte für jedermann anbietet. Die neuen Überlegungen sollen laut Langnau diese Firma nicht beeinträchtigen. Weiter sagt er: „Wir müssen den bestmöglichen Weg für die Immobilie hinbekommen.“

„Handmade“-Macher würden gerne wieder kommen

Die „Handmade“-Macher aus Braunschweig würden im Übrigen auch 2017 gerne wieder kommen. Ohne den Saal sei die auf der Nordwolle zur Verfügung stehende Fläche aber zu gering, sagte Marina Kintzel von der Veranstaltungsagentur „meetCon“. Eine räumliche Alternative in Delmenhorst könne sie derzeit noch nicht erkennen, keine zumal, die den Charme der Nordwolle versprühe.