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Betreuung soll vernetzt werden Delmenhorst eröffnet Anlaufstelle für Flüchtlinge

Von Thomas Breuer | 31.08.2016, 09:29 Uhr

Die von der Stadt geplante Anlaufstelle für Flüchtlinge am westlichen Ende der Langen Straße (gegenüber dem Bürgerbüro) soll im September eröffnet werden. Einen genauen Termin will die Verwaltung in Kürze bekannt geben.

Nach dem monatelangen Umbau der Privatimmobilie sollen Beratung und Hilfe für Flüchtlinge dort gebündelt werden. Dass die Einrichtung trotz der inzwischen deutlich abgeebbten Zuwanderung dringend benötigt wird, unterstrich Oberbürgermeister Axel Jahnz im Gespräch mit unserer Zeitung.

„Das ist immer noch der richtige Weg“

„Das ist immer noch der richtige Weg“, sagte er. Nach der Unterbringung der Menschen müssten nun die nächsten Schritte folgen, wobei dauerhaft geeigneter Wohnraum ebenso ein Thema sei wie Plätze in den Schulen und Kindergärten für den Nachwuchs. Allein im letzten Quartal 2015 hatte Delmenhorst 1300 Flüchtlinge aufgenommen.

Jahnz spricht von einer „Anlaufstelle für die kommenden Jahre“. Er erwartet eine Vernetzung aller Beteiligten in der Flüchtlingshilfe. Die Wege zueinander werden nach seinen Worten kürzer, Doppelstrukturen würden verschwinden.

Gesundheitsamt und Diakonie auch im Haus

In die Anlaufstelle einziehen wird zum einen die Kontaktstelle Flüchtlinge und Interkulturelle Angelegenheiten mit den Themenfeldern städtische Flüchtlingssozialarbeit und Koordinierung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit sowie der Leitstelle Migration und Teilhabe. Das Gesundheitsamt stellt eine Arzthelferin für die Gesundheitsförderung minderjähriger Flüchtlinge. Die Diakonie wird sich mit ihrer Flüchtlingssozialarbeit und der Integrationsberatung ansiedeln. Weiterhin ist das Sprachbildungszentrum Niedersachsen vertreten, um die Sprachförderung in den Schulen, etwa durch die Einrichtung von Sprachlernklassen, zu fördern.

Regelmäßiger Austausch in Anlaufstelle geplant

Eine spezielle Hausleitung wird es laut Verwaltung nicht geben, die Mitarbeiter blieben ihren bisherigen Bereichen zugeordnet. Alle im Haus vertretenen Einheiten sollen sich regelmäßig zum Austausch zusammenfinden.

Vorgesehen ist, die in der Stadt lebenden Flüchtlinge gezielt auf die neue Anlaufadresse hinzuweisen, beispielsweise über die in der Flüchtlingsarbeit tätigen Verbände oder die Integrationslotsen.

Neue Entwicklung bei Mobilbauten

Eine neue Entwicklung zeichnet sich unterdessen ab, was die Aufstellung von mobilen Wohnbauten für Flüchtlinge betrifft. Stadt und städtische Wohnungsbaugesellschaft GSG haben zwar eine vom Rat am 13. September zu beschließende Vereinbarung ausgearbeitet, die vorsieht, dass die GSG als Investor Mobilunterkünfte errichtet und diese für mindestens fünf Jahre an die Stadt vermietet. Jedoch werden die Mobilbauten bis auf Weiteres nun doch nicht errichtet. Ziel ist momentan lediglich, alle Genehmigungen einzuholen und alle Planungen abzuschließen, um bei Bedarf zügig neue Wohnkapazitäten für Flüchtlinge schaffen zu können.

Als Standorte für Mobilbauten waren Grundstücke zuletzt an der Overbergstraße, an der Rodenkircher Straße und am Riedeweg (jeweils unbefristet) sowie am Albertusweg und an der östlichen Langenwischstraße (jeweils befristet auf drei Jahre) im Gespräch.