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Bevölkerungsprognose Delmenhorst rechnet 2025 mit bis zu 87.000 Einwohnern

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 16.05.2016, 13:55 Uhr

Die Stadt Delmenhorst hat eine neue Bevölkerungsprognose veröffentlicht. Bis 2025 könnte die Stadt auf 87.000 Einwohner anwachsen.

Die Verwaltung hat ihre Bevölkerungsprognose für Delmenhorst aktualisiert und die Zahlen dabei deutlich nach oben korrigiert. Im Maximalfall könnten im Jahr 2025 87.040 Menschen in der Stadt leben. Noch vor einem Jahr war ein Maximum von 80.440 Einwohnern für 2025 prognostiziert worden. Dieser Wert wurde durch die starke Zuwanderung bereits Ende 2015 fast erreicht . Die neue Prognose wird am Dienstag, 24. Mai 2016, ab 17 Uhr im Wirtschaftsausschuss im Rathaus öffentlich vorgestellt.

Wohnungsmarkt könnte 2020 erschöpft sein

Auch in der neuen Ausarbeitung bleibt die Zuwanderung allerdings ein unberechenbarer Faktor. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt abzuwarten, ob der Zuzug von Asylsuchenden zu einem ähnlich hohen Wanderungsgewinn mit dem Ausland führt wie im Jahr 2015“, heißt es in dem 31-seitigen Bericht. Gleiches gelte für andere Zuwanderungswillige, insbesondere für Migranten aus den EU-Staaten. Ein limitierender Faktor beim Wachstum der Stadt sei die Bereitstellung von günstigem Wohnraum. In der Prognose wird davon ausgegangen, dass 2020 alle Reserven auf dem Wohnungsmarkt aufgebraucht sein werden, sollte kein zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden.

Bis zu 6560 Zuwanderer in den nächsten zehn Jahren

Entsprechend klaffen die verschiedenen von der Verwaltung berechneten Varianten deutlich auseinander: Während sie damit rechnet, dass im Maximalfall 6560 Zuwanderer bis 2025 nach Delmenhorst kommen, sind es in der unteren der drei Varianten lediglich 1610 Personen. In der mittleren Variante wird mit 4090 Zuwanderern gerechnet. Die mittlere Variante gilt als die wahrscheinlichste und dient zukünftig als Grundlage für Bedarfsplanungen, beispielsweise bei Kita-Plätzen, in der Stadt.

Ohne Zuwanderung schrumpft Bevölkerung massiv

Ohne die Zuwanderung würde Delmenhorst in der mittleren Variante bis 2025 einen großen Bevölkerungsverlust erleben. Denn es wird davon ausgegangen, dass in diesem Zeitraum rund 2000 Menschen mehr in Delmenhorst sterben als geboren werden. Zudem wird prognostiziert, dass durch die Wanderung innerhalb Deutschlands 875 Einwohner die Stadt verlassen. Nach dem Szenario der mittleren Variante hätte Delmenhorst 2025 81.488 Einwohner. In der oberen Variante, die von weniger Sterbefällen, mehr Geburten und mehr Zuwanderung ausgeht, wären es die besagten 87.040 Einwohner. In der unteren Variante, die von einem noch stärkeren Auseinanderklaffen der Zahl der Sterbefälle und der Geburten ausgeht sowie von einer starken Abwanderung innerhalb Deutschlands bei vergleichsweise geringer Zuwanderung könnte die Einwohnerzahl der Stadt sogar von jetzt knapp über 80.000 auf 75.934 sinken.

„Extreme Szenarien“ mit politischer Bedeutung

Die obere und die untere Variante sind laut Bericht „extreme Szenarien“, die wahrscheinlich nicht eintreffen. Dennoch seien sie mit Hinblick auf die Stadtentwicklungspolitik von Bedeutung, „weil sie signalisieren, dass wegen der schwer abschätzbaren Wanderungsbewegungen verlässliche Trendprognosen gegenwärtig nicht möglich sind.“ Dies zeigt allein schon der Unterschied zur Prognose aus dem vergangenen Jahr: Damals war selbst in der mittleren Variante bis 2025 noch ein leichter Bevölkerungsrückgang vorausgesagt worden .