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Bewegung beim Hertie-Projekt In Delmenhorster Kaufhaus-Ruine starten Bauarbeiten

Von Michael Korn | 26.07.2017, 18:21 Uhr

Endlich tut sich was bei der Hertie-Ruine: Der Investor kündigt für Mitte August umfangreiche Entkernungsarbeiten im Gebäude an. Kosten: rund eine Million Euro.

In gut zwei Wochen wird die Kaufhaus-Ruine von Hertie zur Großbaustelle: Wie der Investor im Gespräch mit dem dk ankündigte, starten Mitte August umfangreiche Entkernungsarbeiten im Inneren des Gebäudes an der Langen Straße. Der entsprechende Auftrag sei am Freitag vergangener Woche an eine Fachfirma vergeben worden. Die gesamte Gebäudetechnik sowie Zwischendecken und Wände in den einzelnen Etagen werden entfernt, sodass nur noch eine „Hertie-Hülle“ stehen bleibt. Der Investor wendet dafür nach Eigenangaben eine Million Euro auf – ohne Fördergelder zu beanspruchen.

Rückbau auf den Rohbauzustand

Werner Uhde von der Eigentümerfirma Erste Projektentwicklungsgesellschaft Delmenhorst sagte, der „Rückbau auf den Rohbauzustand“ werde voraussichtlich bis Anfang Dezember dauern, da kein schweres Gerät im Inneren von Hertie zum Einsatz kommen könne und fast alles Material per Hand herausgeholt werden müsse. Die Entsorgung erfolge über die Bebelstraße und die Freifläche des ehemaligen Parkhauses werde als Lagerplatz genutzt.

Entscheidung bis Jahresende

Bis Jahresende hofft Uhde auf Klarheit in weiteren wichtigen Fragen, die entscheidend sind, ob der mit der Stadt vertraglich vereinbarte Umbau in ein neues Geschäftshaus mit Einzelhandel und Dienstleistern realisiert werden kann. Betroffen davon sind auch die Ausmaße der Shopping-Nutzung – entweder nur im Erdgeschoss oder wie bislang angestrebt auch im 1. OG. Uhde bekräftigte, „wir sind an mehreren Mietinteressenten dran“, in einem Fall sogar mit guten Abschlussaussichten. Eine auf das Erdgeschoss beschränkte Ladennutzung sei „in jedem Fall umsetzbar“. Dann müsste allerdings der Stadtumbauvertrag angepasst werden. „Sehr theoretisch“ seien auch ein Komplettabriss von Hertie und ein Neubau denkbar. Allerdings müssten die bislang auf 5,6 Millionen Euro begrenzten Fördergelder deutlich höher auffallen, weil sich die Kosten erhöhten. Für den geltenden vertraglich vereinbarten Umbau rechnet der Investor mit Kosten von mehr als 14 Millionen Euro.

Unzufrieden mit Ratspolitik

Uhde bekräftigte erneut, dass die Parkplatzfrage eine ganz entscheidende sei und ohne politische Klärung auch noch kein Bauantrag gestellt werden könne. Denn die ausstehende Entscheidung über zusätzliche Parkplätze am Vorwerk habe schließlich Einfluss auf den Stellplatznachweis für das Projekt Hertie. Ihm sei „völlig unverständlich“, warum die Ratspolitik das Hertie-Projekt trotz des Stadtumbauvertrags blockiere und vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss zu den benötigten Parkplätzen im Umfeld des Geschäftshauses gescheut habe.

Antrag auf Fördermittel

Unterdessen hat die Projektentwicklungsgesellschaft bei der Stadt einen Antrag auf Erstattung der Abbruchkosten für das ehemalige Parkhaus gestellt. Der dafür aufgewendete Betrag von rund 600000 Euro war von vornherein als förderfähig anerkannt worden, weil hiermit ein städtebaulicher Missstand beseitigt wurde. Ein neues Parkhaus an gleicher Stelle scheidet damit aus. Uhde stellt sich stattdessen ein Wohn- und Geschäftshaus vor. Eine konkrete Planung gebe es aber nicht.