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Bezüge werden erhöht Zahl der Wohngeldempfänger in Delmenhorst rückläufig

Von Marco Julius | 19.08.2015, 20:52 Uhr

Rund 1270 Haushalte in der Stadt Delmenhorst beziehen aktuell Wohngeldleistungen. Das teilt Timo Frers, Sprecher der Stadt, auf Nachfrage mit. Wer Wohngeld erhält, darf sich freuen: 2016 gibt es höhere Zuschüsse und andere Bemessungsgrenzen, quasi als „Geburstagsgeschenk“ des Bundestages.

Das Wohngeld gibt es in diesem Jahr seit genau 50 Jahren, es ist 1965 bundesweit per Gesetz eingeführt worden, um Einkommeschwachen zu helfen, ihre Miete zu zahlen oder ihr Haus halten zu können.

Stadt zahlt 1,35 Millionen Euro Wohngeld

Die Zahl der Wohngeldempfänger in Delmenhorst sei in den vergangenen Jahren rückläufig, berichtet Frers weiter. Im Jahr 2014 wurden laut Frers 1,35 Millionen Euro an Zahlungen geleistet. Die Wohngeldzahlungen werden dabei jeweils zur Hälfte vom Bund und vom Land getragen. Somit hat auch die beschlossene Erhöhung im kommenden Jahr keinen direkten Einfluss auf den ohnehin belasteten städtischen Haushalt. Allerdings macht Frers klar: „Nach Berechnungen des Bundes wird davon ausgegangen, dass es in den Wohngeldstellen zu Fallzahlsteigerungen von 40 bis 45 Prozent kommen kann. Diese Fallzahlsteigerungen würden zu einer deutlichen Mehrbelastung in der Antragsbearbeitung führen.“ Wie bei jeder Gesetzesreform kommt, das betont Frers, aufgrund des Informationsbedarfs der Bevölkerung in der Anfangszeit zusätzlich eine hohe Anzahl an zeitintensiven Beratungsgesprächen, die nicht unbedingt in eine Antragsstellung münden, hinzu. „Hierfür würde voraussichtlich mehr Personal benötigt. Dieser Mehrbedarf würde dann entsprechend den städtischen Haushalt belasten.“

Wohngeld ist ein Rechtsanspruch

Wohngeld ist kein Almosen des Staates, sondern ein Rechtsanspruch. Es wird nur zusätzlich zum Einkommen aus Arbeit oder Rente als Mietzuschuss bei Mietern oder aber als Lastenzuschuss bei Eigentümern gezahlt. Wohngeld kann also nur derjenige erhalten, der über ein Einkommen verfügt. Wieviel Geld es 2016 mehr gibt, hängt unter anderem vom Wohnort ab.

Wohngeld kann im City-Center (CCD) an der Langen Straße beantragt werden. Ein Antrag über das Internet ist nicht möglich.