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Bilanz nach vier Wochen Mehr Mittelalter für den Weihnachtsmarkt Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 22.12.2015, 20:43 Uhr

Die Bilanz des Delmenhorster Weihnachtsmarktes fällt größtenteils positiv aus. Für den Standort des Mittelaltermarktes wird nach einer Lösung gesucht. Er wächst eventuell weiter.

Der Weihnachtsmarkt 2015 war ein Erfolg. Da sind sich Schaustellersprecher Gerhard Berger und Axel Langnau, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, bereits vor dem Tag am Mittwoch einig. „Ich bin voll zufrieden. Alles hat gut zusammengespielt. Die Aktivitäten wie das Lichterfest und das Kinderaktionswochenende kamen bestens an“, sagt Langnau. „Der Markt war erfolgreich. Wir sind voll zufrieden“, lautet Bergers Urteil.

Neugierige Delmenhorster

Bei den Schaustellern ist das Fazit überwiegend positiv: „Die Delmenhorster sind nett, freundlich und neugierig“, meint Marc Homuth vom mittelalterlichen Stand „Nordmanns Whisky“ nach seinem ersten Gastspiel in Delmenhorst. „Der Markt ist sehr positiv verlaufen. Es war nur ein wenig zu warm“, sagt Glühweinstandbetreiber Andy Kutschenbauer. Weniger zufrieden zeigt sich dagegen Heinrich-Gerhard Kemmerling, der Schmuck und Tücher verkauft hat: „Ich habe mir das umsatzmäßig ein wenig anders vorgestellt.“

Lieferverkehr im Mittelalterbereich

Für die Organisatoren bleiben nach dem Markt einige Aufgaben für das nächste Jahr bestehen. Gerade die Aufstellung der neuen Mittelalterstände auf dem Wallplatz stand von Beginn an beim Publikum und auch bei den Standbetreibern in der Kritik. „Der Standort ist mehr als suboptimal“, meint Homuth. Viele Besucher hätten in den ersten Tagen des Marktes die neuen Stände übersehen. „Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen“, sagt er. Doch sei der Gang zwischen den Ständen auch von Lieferanten oder Mietern der Markthalle mit ihren Wagen genutzt worden. „Das ist dann wenig mittelalterlich“, so Homuth. „Die Standbetreiber haben versprochen, wieder mitzukommen. Und vielleicht bringen sie noch den ein oder anderen Mittelalterstand mit“, sagt Berger.

Bereich vor dem Rathaus scheint keine Option zu sein

Auch er sieht den Bedarf, den aktuellen Standort zu überdenken. „Wir müssen uns eine Lösung überlegen“, stimmt auch Berger zu. Eine Möglichkeit ist der Umzug in den Bereich zwischen dem jetzigen Weihnachtsmarkt und dem Rathaus. Berger möchte deshalb das Gespräch mit dem Wochenmarktbeschickern suchen. Diese finden die Idee allerdings gar nicht gut: „Der Wochenmarkt muss dort bleiben“, sagt Gerold Lintelmann, Sprecher der Wochenmarktbeschicker, deutlich.

In den vergangenen Jahren hätte die Wochenmarktstände unter anderem wegen der Neupflasterung des Platzes schon oft den Ort wechseln müssen. „Jetzt ist Ruhe eingekehrt. Dadurch sind die Geschäfte besser geworden“, berichtet Lintelmann. Für eine Vergrößerung des Weihnachtsmarktes müsste auch die Marktsatzung geändert werden, wie der zuständige Fachbereichsleiter Horst Janocha erklärt. Dies habe die Politik zu entscheiden.

Öffnungszeiten sind kaum flexibel zu handhaben

Das gelte auch für längere Öffnungszeiten, die schon seit Jahren von vielen Gästen gefordert werden. Während die Märkte in Bremen und Oldenburg bis 20.30 Uhr geöffnet haben, ist in Delmenhorst um 19 Uhr Schluss. Eine Angleichung wäre für Homuth ein wichtiges Anliegen. „Es ist noch Luft nach oben“, lautete deshalb auch das Fazit. Eine längere Öffnungszeit ist laut Janocha zwar möglich: „Der Weihnachtsmarkt besteht aber nicht nur aus Glühwein und Bratwurst.“ Diese übrigen Stände müssten in dieser Zeit für das Personal draufzahlen, betont auch Berger. Die jetzige Lösung in Verbindung mit den langen Donnerstagen war der daraus entstandene Kompromiss, sagt Janocha. Flexible Öffnungszeiten würden durch das Marktrecht verhindert: „Während der festgelegten Zeiten besteht eine Öffnungspflicht für alle“, sagt Janocha.

Weitere Aktionen in Planung

Für das kommende Jahr sei eine weitere größere Aktion auf dem Markt geplant, kündigt Berger an. Zudem wird angedacht, die Preise für die Tombola nicht mehr an einem Donnerstag zu vergeben. „Das wären dann wieder zwei längere Tage“, sagt Berger.