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Bildchen zur Fußball-EM Panini-Tauschverbot auf einigen Delmenhorster Schulhöfen

Von Thomas Breuer | 31.05.2016, 15:02 Uhr

Der Hype um die Fußball-Sammelbilder von Panini geht einigen Delmenhorster Grundschul-Leitungen zu weit. Sie haben das Tauschen auf dem Schulhof untersagt.

An der Grundschule Iprump-Stickgras haben sie kürzlich Pakete bekommen, die niemand bestellt hatte – gefüllt mit reichlich Panini-Sammelalben für die in der kommenden Woche beginnende Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. „Die haben wir in den Klassen natürlich nicht verteilt, weil wir das nicht wollen und auch nicht dürfen“, sagt Schulleiterin Julia Fokken. Die Begründung liegt für sie auf der Hand: In den Heften finde sich Werbung, und günstig sei der Sammelspaß für Kinder im Grundschulalter auch nicht gerade .

Kaufanreize durch die Schule soll es nicht geben

Adressat der unangeforderten Zusendung war auch die Hermann-Allmers-Schule. Auch dort sind die Alben laut Schulsekretärin Birgit Böttcher nicht, wie sich das der Verlag wohl gewünscht hatte, an die Schülerschaft weitergegeben worden. Die Argumente sind die gleichen wie in Iprump. Außerdem gibt Böttcher zu bedenken: „Einige Familien können sich so etwas leisten, andere nicht.“ Die Entscheidung müsse den Eltern überlassen bleiben, Kaufanreize durch die Schule dürfe es nicht geben.

An beiden Schulen gehen sie sogar noch einen Schritt weiter. Auch das Tauschen von Sammelbildchen ist jeweils untersagt. „Das halten wir schon seit Jahren so“, sagt Julia Fokken. Auch um Differenzen vorzubeugen, die sich bei den Tauschgeschäften ergeben können.

An der Käthe-Kollwitz-Schule sind zu einem früheren Fußball-Großereignis schon einmal kostenfreie Sammelalben eingegangen, die dort aber nicht ausgegeben wurden. Ein Tauschverbot für Sammelbildchen gibt es aber nicht. „In den Pausen darf getauscht werden, so lange es keinen Streit gibt“, sagt eine Lehrerin.

Gibt es Streit um Bildchen, werden sie eingezogen

So wird es laut Schulleiter Hartmut Seedorff auch an der Parkschule gehandhabt. Das Kollegium greife lediglich ein, wenn es beim Tauschen zu anhaltenden Meinungsverschiedenheiten kommt oder der Unterricht dadurch gestört wird. „So etwas haben wir schon mit Pokémon-Karten erlebt“, sagt Seedorff. „In solchen Fällen ziehen wir die Karten ein und die Eltern können sie dann wieder abholen, wobei wir dann auch das Gespräch suchen.“ Mitunter würden Kinder etwas empört reagieren und Bemerkungen wie „Das war aber teuer“ fallen lassen, wenn Karten eingezogen werden.

Nicht bestellte Alben bislang nicht entsorgt

Seedorff ist Sprecher einer regelmäßigen Zusammenkunft der Grundschulleitungen in Delmenhorst. Dort sei der Umgang mit den Panini-Sammelbildern noch kein Thema gewesen.

In den Papierkorb sind die Alben in Iprump-Stickgras und an der Hermann-Allmers-Schule bislang übrigens nicht entsorgt worden. Es steht dem Kollegium jeweils frei, das eine oder andere Exemplar für den Eigenbedarf oder das private Umfeld mitzunehmen.