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Birgit Wick öffnet Archiv Einstige Delmenhorster Stadtkünstlerin kommt ohne Kunst aus

Von Marco Julius | 02.01.2018, 17:39 Uhr

Bis Mitte der neunziger Jahre stand Birgit Wick im Fokus der Kunstinteressierten, dann gab sie die Kunst gänzlich auf. Heute will sie ihre noch immer beeindruckenden Werke zum Kauf anbieten.

Sie hat 1989 das Motiv für das erste Delmenhorster Jahresplakat überhaupt geliefert, sie war 1990 die zweite Künstlerin, die zur Stadtkünstlerin ernannt wurde und ein Förderstipendium erhielt. 1991 eröffnete der damalige Kulturdezernent Bernhard Bramlage die Ausstellung „Auf-, Ab- und Entdeckungen“ mit großformatigen Arbeiten Wicks. 1992 hat sie den Förderpreis der Oldenburgischen Landschaft bekommen. Birgit Wick stand als Delmenhorster Künstlerin bis Mitte der neunziger Jahre im Blickpunkt der kunstinteressierten Öffentlichkeit. „Es hat aber dann leider nie gereicht, um allein von der Kunst zu leben“, sagt Wick im Rückblick.

Beruflich am Beckenrand

Um sich sprichwörtlich über Wasser zu halten, fing sie zunächst als Rettungsschwimmerin im Delfina an und bildete sich zur Schwimmmeistergehilfin weiter. Fachangestellte für Bäderbetriebe hieß der Beruf dann später. Den Beruf übt sie heute noch aus. Wieder in Delmenhorst, in der Grafttherme. Aus der bildenden Kunst hat sie sich aber vor über 20 Jahren völlig zurückgezogen. „Es war eine wichtige Zeit für mich. Aber seit 1996 habe ich nichts mehr gemacht“, sagt sie. Dabei hatte sie ihre Leidenschaft für die Kunst an der Fachoberschule für Gestaltung und anschließend an der Hochschule für Künste in Bremen auch theoretisch unterfüttert. Max Beckmann gehörte zu den Künstlern, die sie beeinflusst haben. Und die „Neuen Wilden“, die in den frühen 1980er Jahren den Kunstdiskurs nicht nur in Deutschland aufmischten.

1998, die Kunst war da für Wick schon Geschichte, hat die heute 57-Jährige dann auch ihren Geburtsort Delmenhorst verlassen und unter anderem viele Jahre in der Nähe von Köln gelebt. Seit rund anderthalb Jahren ist sie zurück in Delmenhorst, lebt wieder in dem Haus, in dem sie groß geworden ist. „Es schließen sich Kreise“, sagt der Naturmensch mit der besonderen Liebe zum Wasser, die sich auch in ihrem künstlerischen Werk Bahn gebrochen hat. In der Grafttherme steht sie heute wieder am Becken, die Arbeit macht ihr Spaß. Mit der Kunst aber hat sie weiterhin abgeschlossen. „Das bleibt auch so. Die Kraft und die Energie, die in die Bilder geflossen sind, haben sich andere Wege gesucht“, sagt Birgit Wick selbst. In den Langstreckenlauf etwa.

Wick will Bilder zu günstigen Preisen abgeben

An ihre Zeit als Künstlerin, die sich in der Region einen Namen gemacht hat, erinnern heute Aktenordner – und dutzende Gemälde und andere Arbeiten in ihrem Haus. „Ich finde es aber zu schade, dass all die entstandenen künstlerischen Werke lediglich ein dunkles Kämmerlein ausfüllen“, betont sie. „Bilder werden nicht alt.“ Wick ist keineswegs sentimental. Sie kann sich gut vorstellen, dass es Kunstinteressierte gibt, die das ein oder andere Bild gerne erwerben möchten. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, kann sich unter (04221) 42749 bei Birgit Wick melden.