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Blick in die Selbstständigkeit Delmenhorster Schülerfirma lernt auf Weihnachtsmarkt

Von Lennart Bonk | 03.12.2015, 19:20 Uhr

Ihren Firmenstart haben die BBS-I-Schüler durch einen Aktienverkauf finanziert. Jetzt lernen sie an ihrem Stand auf dem Weihnachtsmarkt, was alles zum Betrieb eines Geschäftes dazu gehört.

Bei den Schülerinnen und Schülern der höheren Handelsschule der BBS I wird die graue Theorie des Schulalltags durch hautnahe Praxis ergänzt. Seit dem 25. November betreibt die Klassenstufe BRH2 der BBS I einen Verkaufsstand auf dem Delmenhorster Weihnachtsmarkt. Von 10 Uhr bis 19 Uhr verkaufen die Schüler Weihnachtsdekor-Artikel. Jeweils zu zweit stehen die Schüler schichtweise in ihrer Holzbude am Kinderkarussell. „Auch am Wochenende ist der Stand besetzt“, betont der Projektleiter und BBS-I-Lehrer Christian Westerheide.

Teil eines ganzjährigen Projekts

Werktags sind die Schüler nur vormittags in der Schule, ehe sie von 10 bis 14.30 Uhr die erste Schicht absolvieren. „Den verpassten Schulstoff müssen wir dann selbstständig nacharbeiten“, so die 17-jährige BBS-I-Schülerin Corinne Lehmann. Die zweite Schicht geht von 14.30 bis 19 Uhr. Der Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt ist Teil eines ganzjährigen Projektes der Fachrichtung Handel.

Schüler und Lehrer mussten Aktien kaufen

Zum Anfang des Schuljahres hat die Klasse eine Schülerfirma gegründet und Aktien zum Stückpreis von 10 Euro ausgegeben, um Startkapital für das Ladenprojekt zu akquirieren. „Mindestens eine Aktie musste jeder Schüler aus der Klasse kaufen. Auch die Klassenlehrer und der Schulleiter kauften Aktien“, erklärt der 21-jährige BBS I Schüler Patrick Nordbruch. Mit dem Geld aus den Aktienverkäufen bezahlten die Schüler alle anfallenden Kosten rund um das Ladenprojekt.

Seit sieben Jahren auf Weihnachtsmarkt

Seit mittlerweile sieben Jahren betreibt die BBSI jährlich einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Unter der Projektleitung von den Lehrern Christian Westerheide und Juliane de Wall übernehmen die Schüler typische kaufmännische Tätigkeiten, die in einem Unternehmen anfallen. „Die Auswahl von geeigneten Lieferanten, die Planung und Umsetzung sowie die Verbuchung der Einnahmen und Ausgaben zählen zu den Aufgaben der Schülerinnen und Schüler“, erzählte Westerheide.

Spende für gemeinnützige Zwecke

Am Ende des Schuljahres entscheiden die Schülerinnen und Schüler auf einer Hauptversammlung der Aktionäre wie der Gewinn verteilt wird. Ein Teil des Gewinns wird wieder an die Investoren ausgezahlt. Den Großteil spendet die Klasse jedoch an gemeinnützige Zwecke.