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Boarding-House auf Osterfeuer-Acker Schierenbeck plant große Erweiterung in Delmenhorst

Von Frederik Grabbe, Frederik Grabbe | 04.12.2017, 18:38 Uhr

Bei der Gastronomie Schierenbeck in Heidkrug standen die Zeichen zuletzt auf Veränderung. Gastronom Bernd Schierenbeck betont nun, dass sein Geschäft gut läuft – und tritt so Gerüchten entgegen, sein Haus werde schließen. Im Gegenteil: Die Gastronomie plant eine hotelähnliche Erweiterung.

Einer der namhaftesten Gastronomen der Stadt, Bernd Schierenbeck, wehrt sich mit Nachdruck gegen Gerüchte, seine Gastronomie würde vor der Schließung stehen. Das bekräftigte Schierenbeck im Gespräch mit dem dk. Gleichzeitig kündigte der Gastronom eine Erweiterung an: In den kommenden Jahren plant der Gastronom ein Boarding-House, ein hotelähnliches Gebäude.

Zeichen standen auf Veränderung

Bei dem Heidkruger Familienunternehmen standen zuletzt die Zeichen auf Veränderung: So gab es dieses Jahr statt dem großen traditionellen Osterfeuer nach 20 Jahren eine „abgespeckte“ Osterparty. Die Partyreihe Kartonage verließ nach elf Jahren die Gastronomie und Schierenbeck trennte sich nach 70 Jahren ebenso von den Heidkruger Schützen, die sich eine neue Schießhalle suchen mussten. Die Gerüchte mehrten sich, dass die Gastronomie vor dem Ende stehe. „Wir betreiben ein gut gehendes Geschäft. Über eine Schließung zu spekulieren ist absurd“, sagt Bernd Schierenbeck.

Baugebiet könnte ab 2019 bebaubar sein

Dass die Gerüchteküche brodelt, dazu hat auch ein geplantes Baugebiet südlich der Gastronomie zwischen Langenwischstraße und Bäke beigetragen. Schierenbeck hat als einziger Flächeneigentümer einen Antrag auf Änderung des Bebauungsplans eingereicht. Wird diese Änderung rechtskräftig, schätzt Schierenbeck, ist die Fläche ab Januar 2019 bebaubar.

Hotelähnliche Anlage geplant

Auf einem Teil der Fläche plant der Gastronom ein sogenanntes Boarding-House, eine Art Hotel ohne Rezeption, in dessen Zimmern möglicherweise eigene Küchen eingebaut sind, und in die Gäste online einchecken können. 50 bis 60 Zimmer will der Familienbetrieb errichten. Die Details stehen bis zur fertigen Planänderung aber noch aus. Auf dem größeren Teil der Fläche soll Wohnbebauung entstehen.

„Die Zukunftssorgen der Schützen betrafen auch unser Geschäft“

Die Planänderung steht auch in Verbindung mit der Kündigung der Schießhalle der Heidkruger Schützen: Aus Lärmschutzgründen konnte dem Gastronom zufolge der Bebauungsplan nicht geändert werden. „Dies war aber nötig, um das Boarding-House und das Baugebiet auf den Weg zu bringen.“ Zwar hätte Schierenbeck, der sein Haus in vierter Generation führt, in eine schalldichte Decke der Schießhalle investieren können, hat aber davon abgesehen. „Die Zukunftssorgen der Schützen betrafen auch unser Geschäft. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Zukunft bestreiten wollen. Der Weg, den wir jetzt gehen, ist darum der richtige“, erläutert der Gastronom seine Beweggründe.

Weihnachtsparty in eigener Regie

Der Gedanke an die Zukunft seines Hauses hat Schierenbeck ebenfalls bewogen, sich von der Kartonage-Partyreihe mit dessen Veranstalter Marco Tienz zu verabschieden. „Wir hatten elf gute Jahre. Ich hatte aber das Gefühl, dass es reicht.“ Schierenbeck spricht von langfristigen Veränderungen seines Hauses, in der Tanzveranstaltungen im großen Saal eine untergeordnete Rolle spielten. Tanzpartys soll es darum, in eigenständiger Regie, künftig nur noch zu Weihnachten und zum Tanz in den Mai geben.

Wiese hinter Schierenbeck nimmt Schlüsselrolle bei Ortsentwicklung ein

Letztlich hat Schierenbeck mit der Bebauungsplanänderung nicht nur die Entwicklung seines eigenen Geschäfts im Auge. Heidkrug, so klang es im Planungsausschuss Mitte Juni an, sei auf dem absteigenden Ast. Der Verwaltungsausschuss nickte im Sommer den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ab, die Stadtverwaltung erarbeitet gerade ein städtebauliches Konzept in dem Mischgebiet, heißt es auf Nachfrage. Der Bauplatz darum eine Schlüsselrolle für die Planungen der Stadt.