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Brachfläche am Wollepark Neuer Gemeinschaftsgarten soll Brücken schlagen

Von Sascha Sebastian Rühl | 03.04.2019, 22:18 Uhr

Eine Fläche für jeden, ein Ort der Begegnung, eine Verbindung zwischen den Delmenhorster Stadtteilen und eine Nahrungsquelle. Das alles soll der neu angelegte Gemeinschaftsgarten sein.

Die bunten Zaunpfähle stehen, der Salat wächst bereits und auch die Farbe Gelb wird sich bald Anwohnern präsentieren: Gestern sind die ersten Arbeiten am neuen Gemeinschaftsgarten auf der Brachfläche Stedinger Straße/ Am Wollepark erfolgt. „Der alte musste weichen“, erklärt Erika Bernau vom Quartiersmanagement Wollepark. Am 7. November hatte es ein Abschluss-Fest gegeben, da das Gelände des Gartens die Baustellenzufahrt für den Abbruch des benachbarten Blocks „Westfalenstraße 8“ werden sollte. Nun steht den bisherigen Nutzern wieder eine „ordentliche Fläche“, so Bernau, zur Verfügung. Bisher wucherte dort nach dem Abriss der Blöcke 1 bis 5 und des Parkhauses nur Unkraut. Bald soll der Boden umgegraben werden, ein Gartenschuppen und eine Wasserpumpe aufgebaut werden. „Genug Platz für 30 Leute. Jeder kann sein eigenes kleines Beet haben“, freut sich Bernau. Im alten Garten sei vor allem viel Gemüse gepflanzt worden, gestern wurde bereits in einem Hochbeet der erste Salat angepflanzt.

Kinder von Anfang an dabei

Wie bei vielen Aktionen im Wollepark, ließen die Anwohner sich nicht lange bitten, vor allem viele Kinder halfen mit, wo sie konnten, bemalten den Kasten des Hochbeets oder sorgten mit Samenkugeln für zukünftige Farbenpracht.

Unterstützung gefragt

Das Quartiersmanagement arbeitet bereits mit Partnern wie der Städtischen Galerie, dem Jugendhaus Sachsenstraße, dem Atelier Knapp und dem Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung zusammen. „Wir müssen aber noch mehr Partner finden“, betont Bernau. Vor dem Umzug konnte der Garten leicht im Blick behalten werden, jetzt nicht mehr. „Wir müssen hier präsent sein und den Menschen etwas anbieten. Außerdem darf die Fläche nicht vermüllen.“ Es gebe die Hoffnung, dass über die Gärten neue Freundschaften entstehen, möglichst viele das Angebot nutzen und sich vielleicht auch nicht ausschließlich Anwohner des Wolleparks am Gärtnern beteiligen. Gleichzeitig sorge das Projekt dafür, dass sich so mancher Anwohner fern seines Heimatlandes wohler fühlt. „Einige, die hier leben, hatten früher einen Hof, haben hier aber kein Geld für einen Kleingarten“, erläutert Erika Bernau.

Teil des Färbergartens zieht um

Große Hoffnungen in das Projekt legt auch Dr. Annett Reckert, Leiterin der Städtischen Galerie. „Wir unterstützen das Projekt, indem wir Pflanzen aus unserem Färbergarten ausleihen.“ Seit vergangenem Jahr werden am Haus Coburg aus Pflanzen Naturfarben gewonnen und dann für Kunstprojekte genutzt. Angepflanzt wird am Wollepark aber nur die Farbe Gelb. „Für weitere Farben und zum Mischen muss man zu uns kommen.“ Dazu seien gemeinsame Kunstprojekte mit dem Jugendhaus Sachsenstraße geplant.

Wurzeln auf neuem Gebiet schlagen

Ein weiterer Gedanke hinter der Pflanzen-Leihgabe: Auf diese Art soll etwas von der anderen Seite der Bahnlinie hier neue Wurzeln schlagen. Damit möchte das Team der Galerie Bemühungen um eine bessere Vernetzung aus dem vergangenen Jahr fortsetzen. Mit der Aktion „Stadtverschafung“ waren zeitweise Schafe vor der Galerie oder am Wollepark ausgestellt worden. „Dadurch haben wir viel erreicht. Wenn man sich einfach bei den Schafen zu Gruppen dazugestellt hat, kam man ins Gespräch“, erzählt Kunstvermittlerin Katrin Seithel.