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Brennendes Krankenhaus Mit Blick auf das Feuer fließen in Delmenhorst Tränen

Von Thomas Breuer | 16.09.2016, 23:02 Uhr

Das Feuer im JHD-Hospital hat viele Schaulustige angelockt. Ganz nah dran standen aber die, denen die Katastrophe besonders nahe geht.

Sie hatten Tränen in den Augen. Mitarbeiterinnen des Josef-Hospitals in der Stadtmitte nahm der Anblick „ihres“ brennenden Krankenhauses auf der Straße sichtlich mit. Kurz zuvor waren sie noch im Gebäude gewesen, um in ihrem Zuständigkeitsbereich, der Zentralsterilisation, ihrer Arbeit nachzugehen.

„Zuerst war nur von Qualm die Rede“

Thomas Zimmermann war dort mit seinen Kolleginnen tätig, als er auf dem Gang von einer Ärztin angehalten wurde, das Haus schnell zu verlassen. „Zuerst war nur von Qualm die Rede“, sagte er.

Weil sich das Ausmaß draußen viel schlimmer darstellte, machte sich das Team schnell Gedanken auch über die Folgen. „Was machen wir denn jetzt?“ – „Wo arbeiten wir weiter?“ Es waren ganz konkrete Fragen, die sich zwischen die Emotionen drängten.

Konkrete Fragen und Emotionen

„Darum werden wir uns schnell kümmern müssen“, sagte Thomas Breidenbach, Geschäftsführer des JHD-Hospitals noch beim Anblick der aus dem Dachstuhl lodernden Flammen.

Breidenbach war im Krankenhaus an der Wildeshauser Straße, als er über das Feuer informiert wurde. „Sehen konnte ich es dann ja schon von Weitem“, sagte er später. An der Westerstraße angekommen, lief er umgehend in das Hospital, um sich zu überzeugen, dass sich niemand mehr dort aufhält – „auch nicht in den Ecken, die keiner kennt“.

Noch keine Spekulationen über die Folgen

Über die möglichen Folgen mochte Breidenbach kurz nach Ausbruch des Feuers noch nicht spekulieren. Schnell wurde aber klar, dass auch die EDV an der Wildeshauser Straße betroffen ist. Der zentrale Server steht nach wie vor an der Westerstraße, die Richtfunkstrecke in den Stadtwesten wurde durch den Brand unterbrochen, Alternativen funktionierten auch nicht, weil der Strom im Krankenhaus in der Stadtmitte komplett abgestellt werden musste.

An diesem Wochenende werden viele Gespräche zu führen sein. Etliche davon auch ganz ohne Emotionen, sondern strikt zielgerichtet.