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Bruch mit Partei Ratsfraktion Die Linke macht als Pro Delmos weiter

Von Marco Julius | 23.10.2015, 18:17 Uhr

Wohnig und Warrelmann bilden ab sofort die parteineutrale Linksfraktion Pro Delmos. Hintergrund ist der Bruch mit dem Kreisverband Die Linke.

Das Tischtuch ist zerschnitten: Volker Wohnig und Gerold Warrelmann, bislang als Fraktion Die Linke im Stadtrat aktiv, haben sich von der Partei gelöst und setzten ihre Ratsarbeit künftig als parteilneutrale Linksfraktion Pro Delmos fort. Hintergrund der Entscheidung, die Warrelmann und Wohnig gestern in einem Pressegespräch erläuterten, sind demnach unüberbrückbare Differenzen mit den Sprechern des Linken-Kreisverbandes (KV) Edith Belz und Hartmut Rosch. „Alle Klärungsgespräche sind gescheitert, eine Zusammenarbeit ist in dieser Konstellation nicht mehr möglich“, sagt Wohnig. „Die beiden Kreissprecher Belz und Rosch erheben den Anspruch, die Fraktion bei Anträgen und Entscheidungen anzuweisen und zu führen“, erläutert der Pro-Delmos-Fraktionsvorsitzende. Sie forderten das „populistische Einbringen von ideologisch-dogmatischen Worthülsen und Sprechblasen unter Außerachtlassung von pragmatischen Ansätzen“.

Pragmatischer Ansatz

Warrelmann und Wohnig wollen nach eigenen Aussagen aber pragmatisch vorgehen. „Das Machbare machen“, sei der Ansatz ihrer Lokalpolitik, als Mandatsträger habe man Verantwortung. Das spiegele sich auch im neuen Namen wider. Für die Stadtgemeinde Delmenhorst, dafür stehe Pro Delmos frei übersetzt. Dabei wollen Warrelmann und Wohnig dem Wahlprogramm treu bleiben, das 2010/2011 vom damaligen Kreisverband einstimmig verabschiedet wurde. Der Konflikt mit den Sprechern des KV besteht schon seit Langem, zuletzt kritisierte der KV die Baulandpolitik der Fraktion (Schilfweg und Hasbergen) mit deutlichen Worten. „Im Oberbürgermeisterwahlkampf hat die Fraktion Jahnz unterstützt, der KV wollte de La Lanne“, führt Wohnig ein weiteres Beispiel der Differenzen an.

Pro Delmos stellt sich 2016 zur Wahl

Warrelmann hat seine Parteimitgliedschaft jetzt aufgekündigt, um Wohnigs Mitgliedschaft gab es ein Hickhack, aktuell er ist kein Mitglied der Linken. Beide können sich vorstellen, wieder in die Partei einzutreten, wenn sich im KV personell etwas ändere. „Wir sind keine Parteinomaden, Parteikonvertiten oder Politrenegaten“, sagt Wohnig. Als Pro Delmos wollen Warrelmann und Wohnig mit weiteren Unterstützern voraussichtlich auch in den kommenden Kommunalwahlkampf ziehen. Dort will sich auch Die Linke wieder um Mandate bemühen.

Kreisverband kritisiert Warrelmann und Wohnig

Belz, die sich auf Nachfrage enttäuscht zeigte vom Verhalten Warrelmann und Wohnigs, kündigte an, dass die Linke eine Liste stellen werde. Warrelmann und Wohnig hält sie vor, dass die beiden den Kontakt zur Basis verloren hätten. „Sie haben lösgelöst vom Kreisverband und den Mitgliedern ihr Ding durchgezogen und dabei keine linke Politik gemacht“, sagt sie. „Vielleicht ist der saubere Schnitt jetzt besser. Ich bin zuletzt immer wieder gefragt worden, was mit unserer Fraktion eigentlich los sei, die mit und für die CDU Politik macht.“