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Bürger kritisieren Stadt Unmut über Absage an Baulandwünsche in Delmenhorst

Von Michael Korn | 25.04.2016, 20:50 Uhr

Baulandpolitik paradox in Delmenhorst: Südlich eines Biotops im Bereich Piekmoor darf gebaut werden, nördlich nicht – aus Naturschützgründen.

In der Kontroverse um die Schaffung von dringend benötigtem Bauland in Delmenhorst haben Anwohner mit Unverständnis auf die Absage von Politik und Verwaltung reagiert, im Bereich Piekmoor aus Naturschutzgründen keine weiteren Planungen zuzulassen. Für die Bürger und Eigentümer ist es nicht nachvollziehbar, warum die Stadt nördlich eines Biotops Grundstücke verhindern will, während südlich davon ähnliche Planungen vorangetrieben werden.

Fläche „ist Außenbereich“

Die Ratsparteien hatten vergangene Woche die restriktive Baulandpolitik der Verwaltung in zwei Fällen (Dwoberg und Sandhausen) vorerst aufgehoben, im Fall Piekmoor aber mitgetragen. Die mehr als 5000 Quadratmeter große private Fläche zwischen Kieler Weg und Feldstraße ist nach Stadtangaben planungsrechtlich „Außenbereich“. Außerdem wurde sie 1994 als „besonders geschütztes Biotop“ aufgenommen. Es sei zu erwarten, dass die Umwandlung der Fläche zu Wohnbauland die Belange des Umwelt- und Naturschutzes erheblich beeinträchtigen würde, urteilt die Verwaltung. Aus naturschutzfachlicher Sicht bestünden daher gegen eine weitere Bebauung in diesem Gebiet erhebliche Bedenken. Eine städtebauliche Planung würde einen hohen Kosten- und Zeitaufwand erfordern. Insbesondere müssten umfangreiche Bestandserhebungen von Natur und Landschaft erfolgen und frühzeitig komplexe Fragestellungen der Entwässerung geklärt werden.

Nachbarflächen fehlen

Im Vergleich zum südlich des Biotops gelegenen Areal, wo Häuser gebaut werden können, argumentiert das Rathaus wie folgt: Hier seien erhebliche Abstände der Bauflächen, ausgedehnte Grünflächen, die oberirdische Versickerung von Regenwasser und eine geringe bauliche Dichte festgelegt worden. Auf der Nordseite hingegen seien diese Maßnahmen mangels Verfügbarkeit von Nachbarflächen nicht realisierbar. Von der Stadt war am keine Stellungnahme zu erhalten.