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Bürgerinitiative will Tritt auf die Bremse Projekt Tempo 30 soll Delmenhorst sicherer machen

Von Jasmin Johannsen | 20.09.2017, 14:04 Uhr

Ein Modellprojekt des Landes soll dabei helfen, Tempo 30 in der Bismarckstraße in Delmenhorst durchzusetzen. Mitglieder einer Bürgerinitiative und die Grünen-Landtagsabgeordnete Susanne Menge stellten das Projekt vor.

Der jahrelange Kampf der Bürgerinitiative „Tempo 30 an der Bismarckstraße“ geht weiter: Auf Einladung der Initiative stellte Susanne Menge, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im niedersächsischen Landtag, das „Modellprojekt Tempo 30“ am Dienstagabend im Gemeindehaus St. Marien vor. „Es sollte nicht erst zu einem Unfall kommen müssen, damit die Politik reagiert“, stellte Menge klar.

Positiv für Lebensqualität

Neben der Senkung der Unfallraten sieht die Grünen-Politikerin allerdings noch viele weitere Vorteile in der Geschwindigkeitsherabsetzung. „Jede Kommune sollte daran interessiert sein, den CO2-Ausstoß zu vermindern“, erklärte Menge. Eine entsprechende Reduzierung würde sich positiv auf die Lebensqualität aller Bürger auswirken. „So können auch drastische Mittel wie Fahrverbote vermieden werden“, ist sich die Abgeordnete sicher. Zudem sei die Lärmbelästigung für Anwohner bei Tempo 30 viel geringer.

Vorstöße bisher ohne Resultat

Überzeugungsarbeit musste Menge allerdings nicht leisten. Die Bürgerinitiative ist sich sicher, dass die Geschwindigkeitsreduzierung viele Vorteile mit sich bringt. „Wir arbeiten seit sieben Jahren daran, dass das Tempo zumindest nachts herabgesetzt wird“, erzählte Dr. Arno Marti von der Initiative. Bisher seien sämtliche Vorstöße allerdings ohne Resultat geblieben. Symptomatisch für die konsequente Ablehnung der Geschwindigkeitsreduzierung sei unterdessen auch die Weigerung der Verwaltung gewesen, der Initiative zur Projektvorstellung Räumlichkeiten zu stellen, bemerkte Marti.

Ratsbeschluss unabdingbar

Die Bewerbung zur Teilnahme an einem Landesprojekt soll dem Anliegen frischen Aufwind verleihen. Im kommenden Frühjahr findet die Auswahl der Kommunen statt, die anschließend durch ein unabhängiges Gutachterbüro und vom runden Tisch bei der Umsetzung der Tempo-30-Zonen begleitet werden. Ziel des dreijährigen Modellprojekts ist es, die Auswirkungen einer Geschwindigkeitsreduzierung zu bestimmen. Vor der Bewerbung muss die Bürgerinitiative allerdings noch einige Hürden nehmen. Unter anderem sei ein Ratsbeschluss unabdingbar für eine mögliche Auswahl als Modellkommune.