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Bürokratie als Hemmschuh IHK-Unternehmen befürchten weniger Wachstum

Von Sonia Voigt | 18.01.2019, 19:18 Uhr

Die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer berichtet von einer sinkenden Stimmung bei ihren Mitgliedsbetrieben in Delmenhorst und umzu. Ein Konjunktureinbruch drohe dennoch nicht.

„Die Stimmung in den Unternehmen im Oldenburger Land hat sich zum Jahresende weiter abgekühlt“: So fasst die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) das Ergebnis ihrer aktuellen Konjunkturumfrage unter rund 450 Unternehmen in Delmenhorst und der Region zusammen. Dabei berichten vor allem das Baugewerbe, aber auch andere Branchen von guten Geschäften im laufenden Jahr. „Es sind insbesondere die Aussichten auf 2019, die vielen Unternehmen Sorgen bereiten“, konkretisiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Hildebrandt. Gerade international aktiven Firmen machen der Brexit und der Handelskonflikt zwischen den USA und China Sorgen.

Klagen über Onlinehandel und Arbeitskosten

Der Einzelhandel führt die eher ungünstige Entwicklung laut IHK eher auf die steigende Konkurrenz durch den Onlinehandel sowie die allgemein zurückhaltende Einschätzung der zukünftigen Wirtschaftslage zurück, die Kunden in ihrer Kauflust bremsen könnte. „Die Konjunkturrisiken haben deutlich zugenommen“, ergänzt Hildebrandt. Neben dem Fachkräftemangel, der alle betrifft, befürchten Großhändler sowie Transport- und Logistikunternehmen eine sinkende Nachfrage im Inland. „Für die Industrieunternehmen sind steigende Arbeitskosten und der Rohstoffbezug ein zunehmendes Risiko“, gibt die IHK ein anderes Beispiel.

Bürokratie kostet Zeit und Geld

„Umso ärgerlicher ist es, dass hausgemachte Probleme die Situation verschärfen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die Unternehmen fühlen sich laut IHK durch mehr Zeitaufwand und Kosten für Bürokratie belastet, etwa durch die Datenschutzgrundverordnung oder das Verpackungsgesetz. „Die Betriebe müssen endlich entlastet werden“, so Hildebrandt. Die Vorschläge der IHK-Organisation lägen hierzu auf dem Tisch.

90 Prozent der Befragten sind zufrieden

Aus all diesen Gründen fällt der Konjunkturklimaindex, das Stimmungsbarometer der regionalen Wirtschaft, um 2,6 Zähler auf 115,1 Punkte und liegt damit erstmals seit zwei Jahren unterhalb des Fünf-Jahres-Durchschnitts von 117,0 Punkten.Trotzdem drohe kein unmittelbarer Konjunktureinbruch: Noch plane jedes dritte Unternehmen, mehr zu investieren, jedes zweite behält das Investitionsvolumen bei. Die Beschäftigtenzahl dürfte weiter steigen. Die derzeitige aktuelle Lage bewerten über 90 Prozent der Befragten als gut oder befriedigend.