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Bund gibt Straße höchste Priorität 70 Millionen Euro für neue B 212 bei Delmenhorst

Von Michael Korn | 03.08.2016, 20:53 Uhr

Die umstrittene neue Bundesstraße 212 im nördlichen Randbereich von Delmenhorst ist wie erwartet vom Bundeskabinett als besonders dringlich eingestuft worden. Sie soll bis 2030 gebaut werden und rund 70 Millionen Euro kosten.

Sie ist rund zwölf Kilometer lang und soll knapp 70 Millionen Euro kosten: Die neue Bundesstraße 212, die aus der Wesermarsch kommend im Bereich des nördlichen Stadtgebiets bis zur Landesgrenze Bremen in Höhe Spille/Ochtum führt. Am Mittwoch, 3. August, hat das Bundeskabinett wie erwartet dem äußerst umstrittenen Straßenbauprojekt zugestimmt und ihm höchste Priorität („vordringlicher Bedarf“) zugeschrieben .

Anbindung für die Wesermarsch

Die B212neu ist im Bereich Berne bereits in Bau und soll die Unterweserhäfen mit der A281, dem Güterverkehrszentrum und der A27 in Bremen verbinden. Dazu sind im Bundesverkehrswegeplan ebenfalls der Straßenabschnitt von der Landesgrenze zur A281 sowie der neue Wesertunnel in Seehausen als „vordringlicher Bedarf“ eingestuft worden. Allein der Tunnel wird mit 260 Millionen Euro veranschlagt – ohne Mautfinanzierung wie ursprünglich geplant.

Mittag: Keine Vorteile für Delmenhorst

Die Delmenhorster Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag (SPD) sagte auf dk-Anfrage, der Kabinettsbeschluss sei jetzt das entscheidende Signal, dass die B212 nach rund 25 Jahren endlich zu Ende geplant und dann auch fertiggestellt werden könne. Einen Zeitpunkt für den Baubeginn wollte sie nicht prognostizieren, da zunächst Umweltprüfungen, das Dialogverfahren, die genaue Streckenführung und eigentumsrechtliche Fragen abgewickelt werden müssten. Sie bekräftigte, dass es immer „die Kernplanung gewesen ist, die Wesermarsch besser an Bremen anzubinden“. Delmenhorst habe nichts dagegen, wenn dies „auf kürzestem Weg geschieht“ – also nördlich am Stadtgebiet vorbei. Delmenhorst habe grundsätzlich keinen Nutzen von der neuen Bundesstraße, aber erhebliche Nachteile, falls es eine südliche Streckenführung geben würde. Um Delmenhorst vor einem Verkehrsinfarkt zu bewahren plane das Land die B212 ohne Auf- und Abfahrten. Auch sei keine Umgehungsstraße durch Ganderkeseer Gebiet vorgesehen. Darüber hinaus führe der Verzicht zur Privatfinanzierung des Wesertunnels dazu, dass kein Druck entstehe, möglichst viel Verkehr über diese Strecke nach Bremen zu lotsen.