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Bundestagswahl 2017 Delmenhorst: Manuel Paschke tritt für Die Linke an

Von Frederik Grabbe | 22.03.2017, 21:10 Uhr

Im Grunde ist er auf der Jagd nach Zweitstimmen. Seine Chancen, in den Bundestag zu ziehen, schätzt der Kandidat der hiesigen Linken, Manuel Paschke (25), pragmatisch ein. Nichtsdestotrotz hofft er auf die Überraschung.

„Realistisch ist die Direktstimme nicht. Aber ich wäre nicht abgeneigt, wenn es zu einer Überraschung kommen sollte“. Der frisch gewählte Kandidat der Linken, Manuel Paschke, geht durchaus pragmatisch in den Wahlkampf um einen Sitz im Bundestag. Vornehmlich gehe es ihm darum, für Zweitstimmen zu sorgen. Bei einer Aufstellungsversammlung des Kreisverbands der Partei am vergangenen Samstag setzte der 25-Jährige sich mit 21 gegen acht Stimmen gegen Leon Weiß, 17, aus der Wesermarsch durch. Nun stellte er sich vor der Presse im Ali Baba vor.

Erste Wahlkampferfahrung im September gesammelt

Für Paschke, der ohne einen Listenplatz ins Rennen geht, sei es das Ziel, das Ergebnis der Kommunalwahl 2016 zu toppen. Da verfehlte er nach eigener Auskunft den Einzug in den Rat um elf Stimmen. Und dass er durchaus kämpferische Töne anstimmen kann, bewies der 25-Jährige unter anderem im Kommunalwahlkampf in der Markthalle, als er Vertreter der Grünen und der FDP zurechtwies. Deutliche Worte findet Paschke auch in Richtung AfD: „Die Haushaltsrede der AfD im Rat am Dienstag, bei der sie sich den Ausführungen der SPD und CDU anschloss, halte ich für Wählertäuschung“, sagt Paschke. Schließlich habe sich die Alternative im Wahlkampf als Gegenentwurf der Volksparteien geriert.

Seit 2011 in Delmenhorst

Der gebürtige Berliner Paschke kam 2011 nach Delmenhorst und ist derzeit Lehramtsreferendar für Chemie und Geografie in Bremerhaven. Aktuell ist er mit Edith Belz Sprecher der Linken, war vorher Schatzmeister und bringt sich auch bei der hiesigen Linksjugend ein. Inhaltlich sieht Paschke seine Schwerpunkte als Geograf bei den Themen Regional- und Stadtplanung sowie als Chemiker bei der Nitrat- und Phosphatbelastung – beides Bezugspunkte, die er im Wahlkreis 28, in Delmenhorst beziehungsweise in den Landkreisen Oldenburg und Wesermarsch, wiederfindet.

„Ehrlicher als die SPD“

Auf Bundesebene seien ihm die Kernthemen der Linken – wie der Einsatz für Frieden – oder eine gerechte Rente durch einen angemessenen Mindestlohn wichtig. Bei der Diskussion um soziale Aspekte, wie sie im Bundestagswahlkampf SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz anspricht, sieht Paschke Die Linke im Vorteil: „Wir können unsere Argumente ehrlicher übertragen“. Denn vieles, was Schulz jetzt als soziale Missstände kritisiere, habe die SPD zuvor als Partei in Regierungsverantwortung mitgetragen.