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Burginselfestival 2017 Beste Werbung für Delmenhorst

Von Frederik Grabbe | 27.08.2017, 17:38 Uhr

Versunken in ein Meer aus Musik und Lichterglanz – so hat sich am Freitag- und am Samstagabend die Delmenhorster Burginsel präsentiert. Das Burginselfestival feierte am Wochenende seine zweite Auflage und unterstrich einmal mehr, wie sehr sich das Herz der Graft als Veranstaltungsort eignet.

„Unglaublich, unbeschreiblich, wunderschön“ – so fasste am Freitag die Besucherin Jutta Detken aus Schierbrok ihre ersten Eindrücke zusammen. Da stand gerade die Band „The Queen Kings“ auf der Bühne, die den ersten Abend des zweitägigen Konzertprogramms bestimmte und die bekanntesten Stücke der stilprägenden britischen Gruppe „Queen“ auf die Bühne brachte. „Ich bin Baujahr 1960, das ist die Musik meiner Jugend. Damit bin ich groß geworden. Und die Jungs sind sensationell gut“, sagte Detken, die es schließlich als A-capella-Sängerin wissen musste. So wie ihr ging es einer Vielzahl an Besuchern. Insgesamt 1000 waren am Freitag auf der Burginsel zu Gast, die sich in einer Art Stuhlkreis vor der Bühne versammelt hatten. Blieb die hölzerne Tanzfläche im Zentrum am Anfang noch recht leer, füllte sie sich im Laufe des Abends immer mehr und die Besucher tanzten ausgelassen. Ansehnlich war auch die von Bodenstrahlern erleuchtete Natur auf der Burginsel.

Stücke aus 26 Musicals

Im Vergleich ruhiger ging es am Samstag beim zweiten Teil des Burginselfestivals zu, der dafür aber besser besucht war. 1400 Gäste zog das nunmehr 23. dk-Sommerkonzert an, bei dem die Set Musical Company bei Live-Gesang in farbenfrohen Kostümen einen bunten Mix aus der Welt der Musicals bot. Viele Gäste hatten es sich – wie es beim Sommerkonzert üblich ist – mit Decken auf dem Rasen oder Campingausrüstung bei Speis und Trank gemütlich gemacht. Manch einer mag sich gefragt haben, wie die fünf Sängerinnen und Sänger hinter der Bühne den Kostümwechsel organisierten. Geschlagene 26 verschiedene Musicals waren im Programm aufgelistet, hinzu kamen Stücke aus einzelnen Musikbiografien von Udo Jürgens oder Udo Lindenberg. Insgesamt wurden mehr als 40 Einzeltitel gesungen.

Einzigartiger Veranstaltungsort

Außer Frage stand, dass das Festival, organisiert von der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft (dwfg) und dem Delmenhorster Kreisblatt, wieder einmal mit seinem ziemlich einmaligen Umfeld punkten konnte. „Die Delmenhorster Burginsel gibt viel Spielraum für kulturelle Highlights wie heute“, bemerkte dk-medien-Geschäftsführer Frank Dallmann zu Beginn des Samstagskonzerts, verbunden mit dem Wunsch, künftig gerne mehr Veranstaltungen im Herzen der Graft sehen zu dürfen. Zwei Sichtweisen, die an beiden Abenden auch von zahlreichen Zuschauern so unterstrichen wurden (siehe unten). dwfg-Geschäftsführer Axel Langnau zeigte sich wie Dallmann bereits am Samstagabend sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals. „Wir ziehen ein durchweg positives Fazit. Gerade in der zweiten Hälfte war am Samstag richtig Feuer unterm Dach“, sagte Langnau. Für ihn ist das Burginselfestival auch ein Stück Standortarbeit. „Delmenhorst entwickelt sich. Wir wurden selten so häufig auf Veranstaltungen angesprochen, wie jetzt“, sagte der dwfg-Chef, der schon an die Bier-Börse am kommenden Wochenende dachte.

„Balsam für die Delmenhorster Seele“

Als „Balsam für die Delmenhorster“ Seele beschrieb Dieter Markowiak aus dem Vorstand des Fördervereins der örtlichen Wirtschaft, der eng mit der dwfg verbunden ist, das Festival: „Veranstaltungen wie heute tragen dazu bei, dass die Delmenhorster wieder mehr Selbstbewusstsein aufbauen.“ Es sei wichtig, dass Delmenhorst „endlich aus diesem Tal“ herauskomme, dass sich immer dann zeige, wenn wieder viel gemeckert werde. „Mit der Burginsel haben wir einen Veranstaltungsort, um den uns viele beneiden. Es ist wichtig, dass das den Leuten klar wird.“

Dass sich in Sachen Unterhaltung und Veranstaltungsangeboten seit einiger Zeit nachhaltig etwas tut, ist auch ein Eindruck den viele Besucher teilten:

Stimmen aus der Zuschauerschaft des Delmenhorster Burginselfestivals:


  • „Das Angebot in der letzten Zeit in Delmenhorst beeindruckt mich auf jeden Fall“, sagte Jutta Detken am Freitag. Die A-capella-Sängerin lobte insbesondere die Stimmgewalt des Sängers der Band „The Queen Kings“, Sascha Krebs, und die gut abgemischte Tontechnik.
  • „Das Konzert ist heute definitiv ein Highlight in der Stadt. Es gibt hier keinen besseren Ort für ein Konzert als die Burginsel“, sagte am gleichen Abend der Delmenhorster Malte Martens. „Delmenhorst bietet viel und ich lebe gerne hier. Es wird zu Unrecht viel gemeckert.“
  • Dass es trotz des Besucherandrangs viel Bewegungsfreiraum auf der Burginsel gab, stach am Freitag für Kerstin Meyerholz aus Stuhr neben der guten Musik heraus. „Es tut sich was in Delmenhorst“, bestätigte auch sie sie.
  • Den Freiraum wusste am Samstag auch ein Delmenhorster Paar zu schätzen, dass es sich mit Picknick-Korb, Decke und Wein auf dem Gras neben den Stuhlreihen bequem gemacht hatte. „Was in letzter Zeit in Delmenhorst alles veranstaltet wird, ist toll. Und wenn Angebote so angenommen werden wie heute, umso besser.“
  • Die Freundinnen Sandra und Tatjana aus Hude sowie Julia aus Delmenhorst waren am Samstag ebenfalls vom Festival beeindruckt. „Normalerweise würden wir am Wochenende eher nach Bremen oder Oldenburg fahren. Das Festival heute tut der Stadt gut“, sagte die Huderin Sandra, die auch in Delmenhorst arbeitet, ihre Freizeit aber eher nicht hier verbringt.
  • Zu viel Lob wollte Karin Hutfilter aus Rethorn am Freitag dann aber doch nicht verteilen: „Delmenhorst kann noch immer mehr Leben vertragen. Aber Veranstaltungen wie heute bringen mehr Pepp hinein.“
  • Einig waren sich hingegen alle, dass Delmenhorst mehr solcher Konzertveranstaltungen zu Gesicht stünde. Kerstin Meyerholz: „Mehr davon!“