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Bus teurer, Müll günstiger Gebühren und Steuern steigen in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 04.01.2015, 19:43 Uhr

Zahlreiche Gebühren und Steuern haben sich in Delmenhorst zum Jahreswechsel geändert. Meistens ging es nach oben. Es gibt aber auch einige wenige Entlastungen für die Bürger.

Mit dem neuen Jahr ändern sich auch häufig Gebühren und Steuern in der Stadt. Gerade die aktuellen Veränderungen waren teils von intensiven Diskussionen begleitet. Gegen die Erhöhung der Hundesteuer wurde mit einer Demonstration und zahlreichen Wortbeiträgen in den Ratssitzungen demonstriert. Auch bei Grund- und Gewerbesteuer wurden mit Blick auf den klammen Haushalt Erhöhungen beschlossen.

Die Veränderungen in Delmenhorst im Überblick:

Grundsteuer: Der Hebesatz für die Grundsteuer A (forst- und landwirtschaftliche Flächen) wurde um 30 Punkte auf 380 Prozent angehoben sowie die Grundsteuer B (Flächen mit Wohnbebauung) um 55 Punkte auf 470 Prozent erhöht. Für Haus- und Wohnungseigentümer bedeutet dies bei einem 10 bis 15 Jahre alten Gebäude jährliche Mehrkosten von etwa 60 Euro (rund 480 statt 420 Euro). So sollen 1,466 Millionen Euro mehr in die Stadtkasse fließen.

Gewerbesteuer: Die Gewerbesteuer wird um 20 Punkte auf 425 Prozent angehoben werden. Durch die Steuererhöhung verspricht sich die Stadt Mehreinnahmen von 700000 Euro.

Hundesteuer: Ein Hund kostet seit dem 1. Januar 108 statt 84 Euro Steuern. Für den zweiten Hund wird der Satz von 120 auf 156 Euro angehoben. Für den dritten Hund müssen 180 statt 132 Euro gezahlt werden. Für als gefährlich eingestufte Hunde wird der vierfache Steuersatz erhoben.

Automatensteuer: Die Erhöhung der Automatensteuer trifft Spieler nur indirekt, aber Aufsteller von Automaten müssen ab 1. Januar 18 Prozent des Einspielergebnisses abführen. Zuvor lag der Steuersatz bei 15 Prozent. Die Stadt rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von rund 220000 Euro.

Taxifahrten: Schon seit dem 18. Dezember ist das Taxifahren in Delmenhorst teurer. Die Anfahrtspauschale wurde von 2,50 auf drei Euro und der Kilometerpreis von 1,80 auf 2,30 Euro erhöht. Wer in Delmenhorst zum Beispiel künftig vom Bahnhof zum Klinikum mit dem Taxi fährt, wird rund elf statt wie bisher acht Euro bezahlen müssen.

Busfahrten: Der Preis für ein Einzelticket im Bus ist um fünf Cent gestiegen. Es kostet jetzt 1,95 statt 1,90 Euro. Auch die Kosten für die verschiedenen Langzeittickets sind gestiegen. Eine Monatskarte kostet nun mit 45,90 Euro 1,50 Euro mehr als 2014. Das MIA-Abo ist um 1,80 Euro auf 38,80 Euro gestiegen. Im gesamten VBN-Raum sind die Preise im Durchschnitt um 3,2 Prozent gestiegen.

Müllgebühren: Günstiger werden große Restmülltonnen bis 240 Litern Inhalt, bei den kleineren Restmüllbehältern steigt der Preis um rund ein Prozent. Die Gebühren für Bioabfallbehälter steigen je nach Größe bis zu 8,14 Prozent an. Für kleinste Biomülltonne müssen nun 65,10 Euro gezahlt werden, für die größte 153,30 Euro. Wesentlich günstiger werden Gewerbeabfallcontainer: Ihre Preise werden um fast 30 Prozent reduziert.

Beisetzungen: Die Kosten für eine Beisetzung auf dem städtischen Friedhof in Bungerhof werden um bis zu zehn Prozent gesenkt. Eine Beisetzung in einer Wahlgrabstelle kostet für 25 Jahre künftig 1714,30 Euro statt zuvor 1851 Euro (minus 7,41 Prozent), eine Urnenbeisetzung in einem Gemeinschaftsgrab wird um 9,1 Prozent günstiger und kostet 1202,10 Euro.

Niederschlagswasser: Die Abrechnung der Niederschlagswassergebühren über die SWD erfolgt seit diesem Jahr nicht mehr quartalsweise, sondern monatlich. Dabei wurden auch die Gebühren angehoben. Wer beispielsweise zuvor 120 Euro im Jahr gezahlt hat, liegt jetzt bei 132 Euro.