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Cannabisbesitz Gericht lässt 25 Anklagepunkte gegen Delmenhorster fallen

Von Frederik Grabbe | 09.12.2017, 15:10 Uhr

Vor Gericht ließ sich eine Vielzahl an Anklagepunkten gegen einen jungen Delmenhorster nicht halten. Dennoch wurde er zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Positiv wirkte sich eine gute Sozialprognose aus.

26 Vergehen wurden ihm noch am ersten Prozesstag vorgeworfen. Am Ende stand davon noch eines: Weil er Betäubungsmittel in nicht geringer Menge besessen und in Tateinheit Beihilfe zum Drogenhandel geleistet hat, ist ein 25-jähriger Delmenhorster am Freitag vor dem Landgericht Oldenburg zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Der Vorwurf des bewaffneten Drogenhandels ließ sich nicht halten. Die Strafe wurde zu drei Jahren auf Bewährung ausgesetzt. Zudem muss er eine Geldstrafe von 500 Euro zahlen.

Polizei macht Drogenfund beim Angeklagten

Die Anklagepunkte beruhten auf Geschehnisse im September 2016: Die Polizei hatte in der Wohnung des Angeklagten eine Vielzahl an Beutelchen mit geringen Mengen Marihuana gefunden, etikettiert und nummeriert. Dazu hatte der 25-Jährige vor dem Eindringen der Polizisten eine Sporttasche mit einem Kilo Marihuana vom Balkon aus verschwinden zu lassen. Vor dem Gericht legte der Angeklagte dar, dass die geringeren Mengen für den Eigenbedarf gegen chronische Schmerzen gedacht waren. Das Kilo Cannabis hingegen habe er für seinen Dealer aufbewahrt.

Bewaffneter Handel lässt sich nicht beweisen

Dass er den Stoff nur verwahrt hatte, konnte die Staatsanwaltschaft nicht widerlegen. Auch das bewaffnete Handeltreiben konnte sie nicht belegen. Die Polizei hatte bei dem Angeklagten eine Schreckschusspistole gefunden, deren Besitz zwar legal ist, deren Führung aber nicht. Letzteres ließ sich nicht halten. Denkwürdig am letzten Prozesstag war die Aussage der langjährigen Freundin des Angeklagten: Obwohl seit sieben Jahren liiert, will die 25-Jährige nie etwas von dem Marihuana bemerkt haben. Auch von der Vorgeschichte des einschlägig Vorbestraften wusste sie angeblich nichts.

Gericht sieht gute Sozialprognose

Am Ende jedoch war das Gericht von einer guten Prognose für den jungen Delmenhorster überzeugt: Dieser beteuerte, er habe sich von der Szene gelöst, führe ein geregeltes Leben und durchlaufe eine KfZ-Mechatroniker-Ausbildung. Das Gericht hob hervor, dass das Urteil eine Chance für ihn sei. „Ich hoffe, Sie haben den Schuss gehört“, sagte der Vorsitzende Richter. „Nächstes Mal geht es anders aus.“