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Chance auf Ausbildung nutzen Delmenhorst stark betroffen: Ungelernte öfter arbeitslos

Von Marco Julius | 18.07.2017, 19:27 Uhr

In Delmenhorst lag die Arbeitslosenquote im Jahresschnitt 2016 bei 10,6 Prozent. Für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung betrug sie 35,5 Prozent. Dagegen waren 5,0 Prozent der Frauen und Männern mit Berufsabschluss arbeitslos.

In Regionen mit hoher Arbeitslosenquote ist das Risiko, arbeitslos zu werden für Menschen ohne Berufsabschluss deutlicher höher als dort, wo die Quote niedrig ist. Darauf weist die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, hin. „Das trifft auch für Delmenhorst zu“, betonte Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, auf Nachfrage. Hier lag die Arbeitslosenquote im Jahresschnitt 2016 bei 10,6 Prozent. Für Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung betrug sie 35,5 Prozent. Dagegen waren 5,0 Prozent der Frauen und Männern mit Berufsabschluss arbeitslos. „Ursache ist in erster Linie der Abbau von Arbeitsplätzen im Verarbeitenden Gewerbe“, sagte Müller.

Delmenhorst liegt im niedersächsischen Vergleich bei den Arbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit an der Spitze. Ähnlich hoch ist die Quote etwa in Wilhelmshaven, in Lüchow-Dannenberg und im nordwestlichen Ostfriesland.

Ausbildung als Schutz vor Arbeitslosigkeit

Eine abgeschlossene Ausbildung sei im Umkehrschluss ein guter Schutz vor Arbeitslosigkeit. „Wir unterstützen Jugendliche dabei, auch jetzt noch einen Ausbildungsplatz zu finden oder sich durch eine Einstiegsqualifizierung fit zu machen für den Ausbildungsstart im kommenden Jahr“, sagte Müller. Beratungstermine bekommt man unter (0800) 45555 00.

Bärbel Höltzen-Schoh, Leiterin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen, hat kürzlich in Hannover erstmals qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten für Niedersachsen vorgestellt. Danach gab es 2016 in Niedersachsen zwar eine historisch niedrige Arbeitslosenquote von durchschnittlich sechs Prozent. Differenziert nach Qualifikation lag die Arbeitslosenquote jedoch bei 3,5 Prozent für Menschen mit einem Berufsabschluss und rund 22 Prozent für Ungelernte.

Das heißt: Im Schnitt war 2016 in Niedersachsen jeder fünfte Ungelernte arbeitslos aber nur jeder 30. mit einem Abschluss. „Die Auswertung zeigt uns, dass jugendliche Schulabgänger wie auch ungelernte Erwachsene ihre Chancen auf einen Berufsabschluss unbedingt nutzen sollten“, sagte Höltzen-Schoh.

Programm „Zukunftsstarter“ nutzen

Eine abgeschlossene Qualifikation eröffne die beste Perspektive auf einen selbstbestimmten Lebensweg und schaffe die Voraussetzungen, um den beruflichen Anforderungen langfristig gewachsen zu sein. „Auch für junge Erwachsene zwischen 25 und 35 lohnt es sich, einen Berufsabschluss nachzuholen. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter fördern eine mindestens zweijährige Berufsausbildung“, betonte Höltzen-Schoh. Dafür sei eigens das Programm „Zukunftsstarter“ aufgelegt worden.