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Club der Kugelschreibersammler Tauschbörse für Kulis in Delmenhorst

Von Marco Julius | 29.04.2016, 19:28 Uhr

Im Hotel „Zur Riede“ treffen sich am 29. und 30. April Kugelschreibersammler zur Tauschbörse.

Der Reporter denkt, dass er – berufsbedingt – über eine große Menge an Kugelschreibern verfügt. Aber auch der Reporter lernt hinzu: Wenn am Samstag, 30. April, jeder Delmenhorster in das Hotel „Zur Riede“ an der Annenheider Allee käme, dann könnte jeder einzelne von ihnen gleich mit zwei Kugelschreibern nach Hause gehen. Rund 150.000 Kugelschreiber sind im Saal zu sehen, bei der 44. Tauschbörse des „Clubs der Kugelschreibersammler“. 30 Sammler sind dabei, aus ganz Deutschland, aus den Niederlanden und aus Dänemark, jeder hat bis zu 6000 Schreiber dabei, in allen erdenklichen Farben und Formen. Alle Sammler eint die Leidenschaft für das Objekt, das auf Patente aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht. Andreas Hennig aus dem thüringischer Suhl ist Vorsitzender des Clubs, seit 1998 schon. Als oberster Kulisammler kennt er die erste Frage, die ihm alle Reporter stellen und kann sie im Schlaf beantworten. „Na klar muss man ein bisschen bekloppt sein, wenn man Kugelschreiber sammelt“, sagt er und lacht. Er kennt die Reaktionen, wenn er von seinem Hobby berichtet. Da tippe sich so mancher direkt mit dem Zeigefinger an die Stirn.

Sammler Meyer aus Brinkum hat über 100.000 Kulis

Den 58-Jährigen ficht das nicht an. Auch Sammler Detlef Meyer aus Brinkum lässt sich davon nicht beeindrucken. Als Clubmitglied ist er Hausherr der Börse in Delmenhorst, die am Freitagnachmittag eröffnet wurde – und die am Samstag, 30. April, ab 10 Uhr vormittags weiterläuft. Über 100.000 Kugelschreiber nennt Meyer sein eigen. Der Reporter staunt und macht sich mit dem Kuli Notizen. In der kommenden Woche will Meyer eine Bestandsaufnahme machen und mal wieder genau nachzählen.

Zweimal im Jahr Tauschbörsen

Zweimal im Jahr veranstaltet der Club im Bundesgebiet seine Tauschbörsen, die mehr sind als eine Plattform für Tauschgeschäfte. „Der Abend steht dann immer ganz im Zeichen der Geselligkeit“, verrät Henning, der besondere Modelle sammelt. Ihm haben es vor allem die Kugelschreiber mit ausziehbaren Textfähnchen angetan. Geld machen, sagt Henning, könne man mit den Kugelschreibern übrigens nicht. „Wir tauschen hier Ware gegen Ware, wie im alten Rom.“ Mal eins zu eins. Mal müsse man den einen oder anderen Stift mehr drauflegen. Es gehe auch nicht um teure Objekte. „Die Sammlungen haben eher ideellen Wert, bei uns gibt es nicht die blaue Mauritius“, betont er. „Richtig beschissen dran sind die Kinder, die Kugelschreibersammlungen erben. Die müssen mit den Dingern ja irgendwo hin“; sagt er lachend. Und einige witterten dann das große Geschäft. „Die glauben dann, Opa hat eine Sammlung im Gegenwert eines Kleinwagens im Keller. Ich kenne aber einen Fall, da sind 100.000 Kugelschreiber für 750 Euro verkauft worden. Das ordnet einiges ein.“

Wie die Sammelleidenschaft beginnt

Übrigens: Der Reporter hat einen dk-Kuli mit zur Börse gebracht. Mit fünf schönen Sammlerstücken in der Hand ist wieder gegangen. „So fängt die Sammelleidenschaft an“, ruft Henning vielsagend. Der Reporter geht schnell stiften.