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Comenius-Projekt in Delmenhorst Grundschüler werden Vorbilder für die Sicherheit

Von Jan Eric Fiedler | 28.04.2015, 19:36 Uhr

Von den Erfahrungen der Schüler der Grundschule an der Beethovenstraße im Comenius-Projekt „Sicherheit macht Schule“ können bald viele Kinder im deutschsprachigen Raum profitieren. Für das Projekt haben Institutionen aus Delmenhorst und dem Bezirk Deutschlandsberg in Österreich zusammengearbeitet.

Welche Gefahren lauern auf Schülerinnen und Schüler auf dem Schulweg, beim Sport, in der Freizeit oder Zuhause? Das wissen die Kinder an der Grundschule an der Beethovenstraße jetzt ganz genau. In den vergangenen zwei Jahren waren sie Teil des Comenius-Projekts „Sicherheit macht Schule“. Gestern wurden sie dafür mit einer Urkunde ausgezeichnet. Von ihren Erfahrungen können demnächst Schüler im gesamten deutschsprachigen Raum profitieren.

Für das Projekt haben mehrere Institutionen in Delmenhorst und in Österreich zusammengearbeitet. In Delmenhorst waren neben der Grundschule die Stadt, der Verein Gesundheit im Kindesalter (GiK) und das Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung (DiG) beteiligt. Ziel ist es, das Lebensumfeld für Kinder sicherer zu machen und sie im Unterricht für verschiedene Gefahren zu sensibilisieren.

„Unfälle sind die Nummer-Eins-Todesursache bei Kindern“, sagte Dr. Johann Böhmann, Chefarzt der Kinderklinik, der das Projekt gemeinsam mit Sabine Distl vom österreichischen Verein „Große schützen Kleine“ ins Leben gerufen hat.

Die Mitglieder des Projektteams haben Unterrichtsmaterialien zusammengestellt, die von den Schülern in Delmenhorst und an der Volksschule Lannach getestet wurden. „Es wurden Unterlagen entwickelt, die für alle Kinder im deutschsprachigen Raum gelten können“, erklärte Distl.

„Es wurde Rücksicht darauf genommen, dass man sie in verschiedenen Unterrichtsbereichen wie Deutsch, Mathe und Sport einsetzen kann“, so Distl weiter. Und sogar Musik lässt sich für die Präventionsarbeit nutzen: Es gibt den SOS-Rap für Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit oder das „Gib acht“-Lied.

Nach dem Besuch der österreichischen Delegation, zu der auch der Lannacher Bürgermeister Josef Niggas und der Bezirkshauptmann (Landrat) der Bezirkhauptmannschaft Deutschlandsberg, Dr. Helmut-Theobald Müller, zählten, werden nun die Ergebnisse aus den Testläufen mit den deutschen und österreichischen Schülern ausgewertet und endgültige Unterrichtsmaterialien erstellt.

Diese sollen in Österreich im Kreis Deutschlandsberg sowie in angrenzenden Kreisen in 90 Schulen genutzt werden. In Deutschland sollen sie der Bundesagentur für Kindersicherheit zur Verfügung gestellt und so verbreitet werden.