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„Da muss etwas passieren“ DGB beklagt steigende Armut – Fragen an die Politik

Von Kai Hasse | 31.08.2017, 17:48 Uhr

Der Deutsche Gewerkschafts-Bund in der Region macht sich Sorgen um steigende Armut. Das betrifft Arbeitnehmer, aber auch Kinder und Rentner. Zu diesen Themen will der DGB nun in einer Podiumsdiskussion die Bundestagskandidaten befragen.

Der Deutsche Gewerkschafts-Bund will nicht mehr zusehen, wie die Armut wächst. Sie wollen Bundestagskandidaten nun befragen, wie sie eine aus DGB-Sicht immer weiter klaffende Schere zwischen Arm und Reich bekämpfen wollen. Dafür sollen die Kandidaten am 7. September in Bookholzberg in die Bütt.

Etwa 30 Prozent der Kinder in Armut

Grundlage der Gewerkschafter wird dabei auch eine Studie sein, die der DGB, Region Oldenburg-Ostfriesland, zusammen mit der Carl-von-Ossietzky-Uni in Oldenburg zusammengestellt hat. Das Thema war die Arbeitssituation der Menschen der Region, und manche Zahlen sind alarmierend: Etwa 30 Prozent der Kinder in Delmenhorst lebten in Armut, sagt Uwe Helfrich, Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Delmenhorst. Hinzu komme das Damoklesschwert der Altersarmut, das über vielen schwebe. Viele Menschen in der Stadt arbeiten im „prekären Bereich“, sagt er, „für die Rente langt das am Schluss nicht.“ Dazu Zahlen: Über 25 Prozent der Menschen würden geringfügig beschäftigt sein. Gut 28 arbeiteten in Teilzeit, und in Vollzeit arbeiten nur 46,2 Prozent.

Spätschicht in den Tafeln

„Da muss etwas passieren“, sagt der Gewerkschaftssekretär der Region, Ibrahim Ergin. „Die Situation ist, dass in Deutschland 1,5 Millionen Menschen Hilfe bei der Tafel in Anspruch nehmen – Zahl steigend. Mittlerweile stellen sich die Tafeln auf eine Spätschicht ein, weil Menschen bei der Tafel Essen holen müssen – obwohl sie arbeiten.“

Noch fehlt CDU-Kandidatin

Das Thema der Diskussion am 7. September in Bookholzberg ist demnach „Armut statt Arbeit.“ Beginn ist um 18 Uhr im „Schwarzen Ross“, Übern Berg 2. Angemeldet haben sich bisher die Bundestagskandidaten Susanne Mittag (SPD), Manuel Paschke (Linke), Christina-Johanne Schröder (Grüne), und in Vertretung für Christian Dürr kommt Niels-Christian Heins (FDP). Die Anmeldungen sind Anfang Juni an die Kandidaten gegangen. Noch nicht angemeldet hat sich Astrid Grotelüschen von der CDU. Die AfD ist nicht eingeladen.