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Deich in Delmenhorst bleibt gesperrt Kein Wanderweg rund um Delmenhorster Talsperre

Von Michael Korn | 12.01.2016, 18:38 Uhr

Delmenhorster Hochwasserbecken: „Störfaktor Mensch“ und Kosten verhindern Freizeitnutzung. Der Deich rund um das Hochwasserschutzbecken südlich der A28 in Delmenhorst bleibt für Spaziergänger gesperrt. Seltene Vögel und die Kosten lassen einen Wanderweg nicht zu.

Delmenhorst/Ganderkesee. Das rund 20 Millionen Euro teure Delmenhorster Hochwasserschutzbecken südlich der A28 zwischen Adelheide und Schlutter wird voraussichtlich kein Freizeitparadies. Ein von vielen Bürgern sowie von Ratspolitikern gewünschter Wanderweg auf dem Deich scheitert an rechtlichen und finanziellen Hürden. Das geht aus einer Stellungnahme von Matthias Stöver, Geschäftsführer des für die „Talsperre“ zuständigen Ochtumverbandes (Harpstedt) auf dk-Anfrage hervor.

Störfaktor Mensch

Die Zugänge zum knapp fünf Meter hohen Erdwall sind ringsum abgesperrt. Dass dies auch auf Dauer so bleibt, hat seinen Hauptgrund laut den Angaben von Stöver im „Störfaktor Mensch“: Die Fläche im Inneren des Hochwasserschutzbeckens sei dem Naturausgleich vorbehalten und insbesondere Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Spaziergänger auf der Deichkrone hätten jedoch einen Wirkungsbereich von 400 Metern in diese Schutzzone hinein. Ein Weg am Deichfuß mache ebenfalls keinen Sinn, weil die Wanderer stets nach oben laufen würden.

Hunde stören Schafe

Hinzu komme, dass die Schafhaltung zur Bewirtschaftung der Weiden von Hundehaltern mit ihren Vierbeinern gestört würde. Ein Vergleich zur Deichnutzung an der Nordseeküste zeige, dass es dort nur Wanderwege in Bereichen ohne Schafhaltung gebe, bekräftigte Stöver.

Verband müsste zahlen

Letztlich sprächen auch Unterhaltungs- und Kostenpflichten gegen einen Deichweg: Im Gegensatz etwa zur Thülsfelder Talsperre, wo ein eigens gegründeter touristischer Zweckverband die Freizeitnutzung regele, würden Mehrkosten beim Delmebecken dem Ochtumverband in Rechnung gestellt. Dabei gehe es vor allem um Verkehrssicherung, Einzäunung und Entsorgung.

Reizvoll, aber laut

Gleichwohl kann Stöver den Wunsch nach einem solchen Wanderweg nachempfinden – der Blick in die weite Landschaft sowie auf die Delmenhorster Stadtsilhouette sei schließlich reizvoll, auch wenn der Lärm der A28 zu berücksichtigen sei.