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Delker will Beschäftigte einbinden Mitarbeiter des Josef-Hospital Delmenhorst protestieren

Von Kai Hasse | 06.10.2017, 19:24 Uhr

Die Mitarbeiter des Delmenhorster Josef-Hospitals haben bei einer Demonstration ihrem Unmut Luft gemacht. 100 Personen liefen vom JHD zur Divarena und protestierten mit Plakaten gegen befürchteten Stellenabbau. Bei der Versammlung in der Divarena gab es erste Informationen zu Umstrukturierungen. Ab November sollen alle Mitarbeiter bei einer internen Leitbild-Diskussion teilnehmen können.

Die Mitarbeiter des insolvenzbedrohten Delmenhorster Josef-Hospitals wollen mehr Informationen zur Zukunft ihrer Arbeitsstelle. Das haben sie bei einer Demo zwischen JHD und Divarena deutlich gemacht. Ob und in welchem Rahmen es Personalveränderungen geben wird, wurde noch nicht konkret bekannt.

Unsicherheit um die Zukunft

Die Kernforderung während der als „Spaziergang“ angekündigten Aktion war die, dass die neue Geschäftsführung des JHD mehr Informationen über geplante Sanierungen herausgeben muss. „Für uns ist alles ungewiss“, sagt ein Mann, „ich muss eine Familie versorgen, und ich kann zu Hause nicht erklären, ob ich im Januar noch eine Arbeitsstelle habe.“ Die Ungewissheit über die Zukunft der Klinik, die in schwere finanzielle Schieflage geraten ist, ärgert die Mitarbeiter, die mitmarschieren.

Verhaltene Hoffnung unter Mitarbeitern

Olaf Mehlis, Initiator des Spaziergangs von der neu gegründeten Arbeitnehmervertretung „Gemeinsame Interessen- und Beschäftigtenvertretung“ (Gib) und Betriebsratsmitglied, spricht im Nachgang der Veranstaltung in der Divarena von verhaltener Hoffnung unter den Mitarbeitern. Der neue Klinik-Chef Ralf Delker habe unter anderem anhand der Beispiele von Urologie und Cardiologie verdeutlicht, wie man Arbeitsprozesse verbessern könne. Das betreffe etwa die bessere Zuordnung von hoch qualifizierten Kräften an entsprechend komplizierte Arbeiten und die Hilfe bei grundlegenden Arbeiten durch Pflegerhelfer.

„Hängepartie“ über möglichen Personalabbau

Einen konkreten Sozialplan und Antworten auf die Frage, ob und wann wer gehen muss oder welcher Klinikbereich leiden könnte, habe es nicht gegeben. „Nach wie vor eine Hängepartie“ erlebe man in diesem Punkt. Sanierungsprozesse würden noch andauern. Sein Eindruck: „Es lohnt sich, hierzubleiben.“ Mehlis baut auf den Zusammenhalt der Kollegen und hofft darauf, dass man der neuen Klinikleitung noch Geduld und Vertrauen entgegenbringt.

Anwerber anderer Kliniken unterwegs

Unter manchen Mitarbeitern herrscht jedoch Aufbruchstimmung: Mancher sei bereits auf der Suche nach einem neuen Job, erklärt eine Mitarbeiterin. In persönlichen Gesprächen werde von Führungskräften bereits dazu geraten. Ein weiterer Mitarbeiter sagt: „Die Headhunter anderer Häuser sind unterwegs“ – die würden bereits Angebote machen. „Die Guten gehen zuerst, das kann ich Ihnen sagen“, meint der Mann.

Delker kündigt Mitwirkung aller Beschäftigten an

Klinikchef Delker erklärte, es habe eine „sehr konstruktive Diskussion“ gegeben. Weiterhin werde betriebsintern ein detailliertes Konzept zur Sanierung erarbeitet, das noch nicht spruchreif sei. Derzeit liefen intensive Gespräche unter den Chefärzten. Delker kündigte aber auch an, dass im November eine offene Leitbild-Diskussion geben werde. Bei einem „Open Space“-Moderationssystem sollen sich alle Mitarbeiter des Hauses beteiligen können.