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Delmenhorst: Aufregung um Faltblatt City-Kaufleute kritisieren Stadt wegen Parkplatz-Flyer

Von Frederik Grabbe | 21.03.2017, 16:17 Uhr

Eine zu geringe Auflage, eine nicht flächendeckende Lieferung, ein zu spät begonnener Druck: Die Kaufmannschaft stört sich derzeit an dem Flyer, mit dem die Stadt nach der Schließung des City-Parkhauses auf Parkplätze in der Innenstadt hinweist. Kaufleute-Sprecher Christian Wüstner findet deutliche Worte – und drängt zur Zusammenarbeit.

Die Kaufmannschaft in der Innenstadt kritisiert die Stadt Delmenhorst wegen Art und Weise, wie sie in den vergangenen Wochen die neuen Parkplatzflyer unter die Geschäftstreibenden gebracht hat. Mit Blick auf den Abriss des City-Parkhauses hatte die Stadt das Faltblatt aufgelegt, das insgesamt 1188 Parkplätze in der Innenstadt auflistet. Der Flyer ist 500 Mal in Druck gegangen, berichtete die neue City-Managerin Nicole Halves-Volmer am Montag bei einem Pressetermin über die Erstattung von Parkgebühren. „Das wären bei 107 Geschäften in der City 4,2 Flyer pro Laden. Die Zahl der Kunden in der Innenstadt ist zwar rückläufig, aber so gering nun auch nicht“, übte Kaufleutesprecher Christian Wüstner auf Anfrage deutliche Kritik an der Höhe der Auflage. Immerhin: Das Rathaus korrigierte die Angabe Halves-Volmers am Dienstag, tatsächlich sind 1000 Flyer gedruckt worden, teilte Stadtsprecher Timo Frers mit. „Das ist zwar deutlich besser, reicht aber trotzdem für eine Stadt wie Delmenhorst lange nicht aus“, so Wüstner daraufhin. „Jeder, der jemals einen Flyer hat drucken lassen, weiß, dass die Kosten-Differenz zwischen 500 und 10.000 Flyern verschwindend gering ist.“

Flyer hat nicht alle Geschäfte erreicht

Damit nicht genug. Nach Angaben Wüstners hätten nicht einmal alle Kaufleute solche Flyer erhalten, Wüstners Laden „Gameground“ eingeschlossen. „Bei einem Kaufleutetreffen vor einer Woche haben gerade einmal zwei von 20 die Flyer bekommen“. Auf Anfrage teilt Frers mit, dass Mitarbeiter der Parkraumüberwachung über den Fachdienst Verkehr die Faltblätter unter der Kaufmannschaft verteilt hätten. Bloß: „Eine Reihe von Geschäften hat nicht angenommen – entweder, weil der Chef oder die Chefin nicht im Hause war und man sich zur Annahme nicht befugt sah, oder weil man den Flyer schlicht nicht annehmen wollte.“

„Wer das Faltblatt haben will, kriegt es auch“

„Eine eigenartige Aussage“, meint Wüstner. „Ich zumindest bin fast jederzeit im Laden, und über einen Besuch durch die Parkraumüberwachung wurde ich nicht informiert.“ Dass seitens der Kaufmannschaft überhaupt Unmut besteht, kann Stadtsprecher Frers nicht nachvollziehen. „Der Flyer ist jederzeit nachdruckbar. Der Fachdienst ist in dieser Sache immer ansprechbar. Der Flyer selbst ist zum Download auf der Internetseite der Stadt bereitgestellt – wer ihn haben möchte, der kriegt ihn auch.“

„Hätten nicht gedacht, dass der Druck so lange dauern würde“

Abgesehen von der Problematik um Auflage und Lieferung der städtischen Parkraumübersicht: Schon vor drei Monaten hatte es laut Wüstner zwischen Kaufmannschaft und Stadtbaurätin Bianca Urban ein Treffen gegeben. Und diese habe eine zeitnahe Lösung in Sachen Parken versprochen. Dass der Flyer mit der Übersicht darum erst rund fünf Wochen nach der Schließung des City-Parkhauses erschien, scheint den Kaufleuten reichlich spät. „Da auf der städtischen Internetseite schon alle Informationen vorhanden waren, hätten wir nicht gedacht, dass der Druck so lange dauern würde“, sagt Wüstner, der diese Parkraumübersicht für die Kaufleute als „existenziell wichtig“ bezeichnet.

Dass in dieser Gesamtgemengelage nun Missstimmung aufkommt, bedauert Wüstner. „Wir hoffen, es handelt sich um einen Kommunikationsfehler. Schließlich wollen wir ja alle an einem Strang ziehen, damit es mit der Innenstadt wieder aufwärtsgeht.“