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Delmenhorst: Konflikt um Bauland Delmenhorst vor Kompromiss im Streit um Baugebiet

Von Michael Korn | 23.11.2015, 17:36 Uhr

Die Kontroverse in Delmenhorst um ein geplantes Baugebiet im östlichen Stadtteil Stickgras könnte bald beigelegt sein: Die Stadt hat ein überarbeitetes Konzept vorgelegt und die Bürgerinitiativen haben positive Signale aus der Politik, dass ihre Bedenken Ernst genommen werden.

In der Kontroverse um neues Bauland im Delmenhorster Stadtteil Stickgras soll eine überarbeitete Planung zu einer raschen Einigung mit den Anwohnern führen. So will die Stadt auf dem Gelände zwischen Langenwischstraße und Feldstraße zunächst nur in dem Bereich Grundstücke ausweisen, in dem sie überwiegend Eigentümerin ist. Die IG-Stickgras und die Nachbarschaftsinitiative Langenwisch/Menkens Moor haben im Vorfeld der am Dienstag, 24. November, stattfindenden Sitzung des Planungsausschusses (17 Uhr, Rathaus) nach ihren Angaben positive Signale aus der Politik erhalten, dass die Vorschläge und Bedenken der Bürger auf Zustimmung stoßen. Dabei geht es unter anderem um eine zu massive Bauweise, zu viele kleine Bauplätze und um den Wunsch nach einem Tempolimit auf der Langenwischstraße.

Straßenführung verändert

Wie das Planungsressort der Stadt Delmenhorst in der Sitzungsvorlage mitteilt, wurde das städtebauliche Konzept inzwischen angepasst. Insbesondere sei die Führung der Planstraße im Bereich der Anbindung an die Feldstraße verändert worden. Außerdem sei jetzt ein Pumpwerk vorgesehen. Weitere Anregungen aus der Öffentlichkeit (zum Beispiel „überbaubare Flächen“, „Bauweise“, „Anzahl zulässiger Wohnungen in Wohngebäuden“ und „Bereiche ohne Ein- und Ausfahrt“)will die Stadt zumindest teilweise berücksichtigen. Am Grundkonzept der städtebaulichen Planung – insbesondere dem räumlichen Geltungsbereich und der Vielfalt der realisierbaren Bauformen (freistehende Einzel- und Doppelhäuser sowie Geschosswohnungs­bauten) – wird allerdings festgehalten. Für den an die Langenwischstraße angrenzenden Bereich ist zumindestbeabsichtigt, dass die Festsetzungen des Bebauungsplanes hinreichend flexibel sind, um auf eine unterschiedliche Entwicklung reagieren zu können, heißt es in der Vorlage weiter. So werden die Festsetzungen sowohl die Entwicklung von Geschosswohnungsbauten, als auch die Entwicklung freistehender Einzel- und Doppelhäuser zulassen.

Gegen mehrstöckige Bauweise

In den vergangenen Wochen und Monaten haben die IG-Stickgras und die Nachbarschaftsinitiative Langenwisch/Menkens Moor Gespräche mit allen im Rat vertretenen Parteien geführt, teilten die Sprecher Jürgen Schurig und Peter Rödig mit. Dabei sei es um die von den Initiativen abgelehnte verdichtete und mehrstöckige Blockbauweise entlang der Langenwischstraße, die hohe Anzahl vieler kleiner Baugrundstücke im gesamten Areal und die Überplanung von Grundstücken, die zurzeit nicht im Besitz der Stadt sind, gegangen. Unabhängig davon gebe es den Wunsch nach einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der Langenwischstraße wegen der Schule, des Seniorenheims, der Kindertagesstätte und der weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens durch das alte und neue Gewerbegebiet.

Probleme mit der Moorfläche

Unter Berufung auf die Untere Naturschutzbehörde berichten die Initiativen ferner, dass es Probleme bei der Bebauung der nach FFH-Richtlinien schützenswerten Moorfläche gibt. In diesem Fall müsste die Stadt Delmenhorst in direkter Nähe eine kostenintensive Ausgleichsfläche gleicher Qualität anlegen. Ein weiteres wichtiges Anliegen der IG Stickgras ist eine vernetzte Planung der im Augenblick fünf verschiedenen Baugebiete in Stickgras, da sie sich gegenseitig stark beeinflussen.“, bekräftigte Peter Rödig. „Hier wurde uns von einer Partei mitgeteilt, dass allerdings kein Gesamtkonzept seitens der Stadt bekannt oder angedacht ist!“

Bürger streben Kompromisse an

Die Mitglieder der IG-Stickgras und der Nachbarschaftsinitiative Langenwisch/Menkens Moor hoffen, dass die bisherigen Kontakte mit den Parteien und der Stadt zu einer intensiven Zusammenarbeit aufgebaut werden können. Gemeinsam erarbeitete Kompromisse sollten in die aktuellen Planungen einfließen und entsprechend verabschiedet werden.