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Delmenhorst Quergedacht: Besser spät als nie: Hollywood ruft

Eine Kolumne von Marco Julius | 26.04.2017, 09:35 Uhr

Wer schön ist, wechselt öfter die Beziehungen. Wer treu ist, dem bleibt die Rolle des Film-Bösewichts. Sagt zumindest Marco Julius in der aktuellen Folge „Quergedacht“.

Aus den Vereinigten Staaten von Amerika kommen in diesen Tagen gute Nachrichten. Zumindest für all die, deren Beziehungen in regelmäßiger Abfolge und stets sehr schnell in die Brüche gehen. Eine just veröffentlichte Harvard-Studie bietet nämlich all denen Trost, die bereits an sich zweifeln und über mögliche Bindungshemmnisse grübeln. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es einen belegbaren Zusammenhang zwischen der eigenen Attraktivität und der Dauer der Partnerschaft gibt. Wer einfach gut aussieht und eine Beziehung führt, fühlt sich demnach eher zu anderen Menschen hingezogen – und ist schlichtweg zu schön für eine lange Beziehung. Schwupps muss der Möbelwagen kommen, das Hab und Gut wird aufgeteilt, kopfüber geht es in die nächste Beziehung. Doch was bedeutet das im Umkehrschluss für einen Mann wie mich, der seit gefühlten Ewigkeiten in einer Beziehung lebt? Den Blick in den Spiegel jedenfalls, den gilt es nach der Studie tunlichst zu vermeiden.

Männer wie ich müssen Trost suchen in einer anderen Erhebung. Denn nahezu zeitgleich hat das amerikanische Fachblatt Jama Dermatology eine Analyse veröffentlicht, die uns Krummen und Windschiefen ganz neue Chancen bietet. Kurz gesagt: Die Mediziner haben herausgefunden, dass das Böse in Kinofilmen Warzen hat und Narben und oft sogar eine Glatze. Sechs von zehn Film-Finsterlingen haben demnach eine dermatologische Auffälligkeit. Augenringe wie ein Waschbär, Haarverlust, entstellte Gesichtszüge. Superhelden hingegen haben natürlich eine Haut wie der sprichwörtliche Baby-Popo.

Da bleibt einem wie mir also nur die ewige Treue und die Hoffnung auf eine späte Film-Karriere – sagen wir als Bond-Bösewicht. Der Spruch „Du hier und nicht in Hollywood?“, mit dem ich schon in den achtziger Jahren allerorten scherzhaft begrüßt wurde, bekommt so im Nachhinein immerhin noch eine ganz sinnhafte Bedeutung.