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Delmenhorst Quergedacht: Doppelpass alleine?

Eine Kolumne von Marco Julius | 22.03.2017, 09:19 Uhr

Lukas Podolski hat stets schneller geschossen als gedacht. Das ist oft gut, kann aber auch fatal sein. Das musste jetzt ein Profi in Südafrika erleben, wie Marco Julius in der Kolumne Quergedacht berichtet.

Fußballer und Interviews direkt nach Schlusspfiff, das ist eine Geschichte für sich. Weltmeister Lukas Podolski, der nun das letzte Mal für die DFB-Auswahl aufläuft, kann mit seinen Sprüchen Bücher füllen. Doch einen so peinlichen Moment, wie ihn jetzt ein Spieler des südafrikanischen Klubs Free State Stars erleben musste, kennt selbst Prinz Poldi nicht.

Der Afrikaner hatte nach einem siegreichen Spiel vor laufender Kamera freudetrunken seiner Frau gedankt – und im Überschwang auch gleich noch seiner Geliebten, um dann – als der Groschen fiel – dem Reporter ins Wort zu fallen, er habe selbstredend nur seine Frau gemeint.

„Doppelpass alleine? Vergiss es!“, hätte Podolski wohl gesagt. Der Profi aus Südafrika hat nun zwar drei Punkte im Sack, dürfte aber auf die typische Frage eines Reporters, wie er sich denn so fühle, in Erklärungsnot geraten. Podolski hat einst, auf die Frage, was er vor dem Torschuss gedacht habe, lapidar geantwortet: „Ich denke nicht vorm Tor – das mache ich nie.“ Podolski wusste oft erst, was er dachte, wenn er hörte, was er sagte. Was für einen Stürmer auf dem Platz richtig ist, muss neben dem Spielfeld allerdings nicht immer die beste Lösung sein. Kurz nachzudenken hilft, gerade dann, wenn man etwas zu verheimlichen hat.

Für den afrikanischen Profi dürfte es kein Trost sein, dass der Kabarettist und Sportreporter Werner Schneyder einst festgestellt hat: „Alle fragen, wie viele Ehen durch Betrug scheitern, aber niemand, wie viele Liebschaften durch die Ehe zerstört werden.“